""

Als Hermann Witt einem gehörlosen Tischler begegnete

Menschen mit Behinderung beschäftigen? Das neue Video der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben beeindruckt (hoffentlich auch Chefs).

Hermann Witt (m.) erhielt den Berliner Integrationspreis 2009 (Foto: privat)

Hermann Witt (m.) erhielt den Berliner Integrationspreis 2009 (Foto: privat)

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) ein neues Kurzvideo ins Netz gestellt (ROLLINGPLANET zeigt es am Ende dieses Berichts). „Wir helfen gerne – jederzeit!“ heißt der Titel und ist im Rahmen des ISL-Projektes „Job-Win-Win“ entstanden.

Botschaft des fünfminütigen Videos ist es, die Anstrengungen zu einem inklusiven Arbeitsmarkt zu verstärken und dabei den Peer-Effekt auch für die Beratung von ArbeitgeberInnen durch andere ArbeitgeberInnen zu nutzen: „Wir haben als ISL gute Erfahrungen mit dem Peer-Effekt gemacht und wir sind der Ansicht, dass bloße Appelle vergeblich sind“, betont ISL-Geschäftsführerin Dr. Sigrid Arnade im Film. „Viel besser ist es, wenn sich auch ArbeitgeberInnen und Arbeitgeber auf der Peer-Ebene begegnen und austauschen“.

Ein Handwerksmeister ohne Vorurteile

Alles begann damit, dass man ihn um einen Praktkumsplatz für einen tauben Tischler fragte. Inzwischen beschäftigt er sieben behinderte Mitarbeiter (fünf davon gehörlos): Am Beispiel des Berliner Handwerksmeisters Hermann Witt (He-Ho-Ba GmbH) zeigt das Video, dass eine solch neue Form der Überzeugungsarbeit helfen kann, Bedenken und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt auszuräumen.

Als eine oft vernachlässigte Zielgruppe bei Unternehmen werden im Video auch Berliner ArbeitgeberInnen mit türkischen Wurzeln angesprochen, von denen allein in Berlin 8.500 einen eigenen Betrieb leiten.

Die Botschaft des ISL-Videos wird aktuell auch durch die Aussage im Koalitionsvertrag von Union und SPD bestärkt. Dort heißt es: „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollen sensibilisiert werden, um das Potential von Menschen mit Behinderungen zu erkennen und sie zu beschäftigen.“

Der Film entstand mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

(PM)

Video

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN