Als Sexpuppe im Rollstuhl: US-Model Kylie Jenner sorgt für Empörung

Kritik: „Menschen mit Behinderungen werden bereits als machtlos wahrgenommen, und so etwas verstärkt dies nur.“

Titelblatt des Magazins „Interview“ mit Kylie Jenner (Foto: Steven Klein/Interview)

Titelblatt des Magazins „Interview“ mit Kylie Jenner (Foto: Steven Klein/Interview)

Aufruhr um Nichts oder berechtigte Kritik? Offensichtlich kann ein Fahrgestell für Menschen mit Behinderung in unserer Zeit doch noch provozieren: Starrer Blick, Latex-Korsage, Halsband und verruchte Atmosphäre – das 18-jährige US-Model Kylie Jenner hat mit seinem jüngsten Shooting Proteste ausgelöst. Vor allem ein Motiv sorgt für Diskussionen: Der sogenannte Reality-Star ließ sich als Erotikpuppe in einem goldenen Rollstuhl ablichten. Fotograf ist Steven Klein, der die Bilder für das Magazin „Interview“ ablichtete.

„Es ist äußerst verstörend“, sagte Emily Smith Beitiks vom Behindertenverband Paul K. Longmore Institute on Disability in San Francisco dem Nachrichtensender CNN. „Menschen mit Behinderungen werden bereits als machtlos wahrgenommen, und so etwas verstärkt dies nur.“ Jenner werde bewusst als Sexpuppe dargestellt, „und dieser Rollstuhl wurde als zusätzliches Element ihrer Passivität hinzugefügt.“

Die sozialen Netzwerke reagierten mit gehäuftem Unmut, also das, was wir heutzutage einen Shitstorm nennen. So kommentierte twitter-Userin @amysgotmilk: „Oh, ich verstehe! Wenn ich in meinem Rollstuhl sitze, kann niemand mir in die Augen blicken. Aber wenn Kylie Jenner in einem Rollstuhl sitzt, ist es Mode. Verrückt.“

Geht doch auch ohne Rollstuhl: Kylie Jenner in einem anderem Motiv aus der Fotoserie (Foto: Steven Klein/Interview)

Geht doch auch ohne Rollstuhl: Kylie Jenner in einem anderem Motiv aus der Fotoserie (Foto: Steven Klein/Interview)

Vorbild Lady GaGa

Die jüngste Tochter des Jenner-/Kardashian-Clans und Halbschwester von Kim Kardashian gilt als der derzeit umstrittenste Promi-Nachwuchs Hollywoods. Vorbild für die Looks könnte, so spekulieren die einschlägen People-Fachmagazine, Lady GaGa (29) gewesen sein. Kylie Jenner outete sich bereits des öfteren als Fan der Pop-Diva: „Ich bin besessen von Lady GaGa.“ Und die hat sich auch schon mal in einem goldenen Rolli gezeigt (ROLLINGPLANET berichtete: Lady Gaga: Sorry, für uns ist das nur ein Oma-Rollstuhl).

Das Magazin reagierte inzwischen auf den Unmut. „Unsere Absicht war es sicher nicht, irgendjemanden zu beleidigen“, hieß es laut people.com in einem Statement.

(RP)

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7 Kommentare

  • Daniel Horneber

    Ich find es absolut seltsam wenn nichtbehinderte Personen behinderte Personen darstellen aber sorry die Kritik wegen der Sexdarstellung versteh ich nicht ganz behinderte Personen haben Sex ja wo ist das passiv und wo das Problem

    3. Dezember 2015 at 16:33
  • Stigmaman

    Ich hätte ja argumentiert, dass man mit dieser Aktion über eine prominente Person auch den Rollstuhlfahrer an sich prominenter machen wolle, was langfristig dabei hilft, die Inklusion voran zu treiben, zu zeigen, dass Rollstühle quasi ganz „normal“ sind oder so.

    3. Dezember 2015 at 19:15
  • Ute Kaiser

    ich verstehe auch nicht, was daran diskriminierend sein soll, außer eben, dass es ein blöder Star uns verschandeln muss

    4. Dezember 2015 at 02:25
  • Barbara Rolli Gordon

    Wenn man es unbedingt negativ sehen will findet man natürlich tausend Gründe dafür allerdings sehe ich es unter anderem auch so, das ein Rollstuhl nicht unbedingt unsexy ist mal von der Puppe abgesehen 🙂

    4. Dezember 2015 at 08:57
  • Marianne Kunert

    Meiner Meinung nach sollte man diese Aktion positiv sehen. Es ist doch nur ein Hinweis darauf, dass man auch im Rollstuhl sehr sexy aussehen kann. Man muss ja nicht das Model kopieren. Jede/r sollte sich so zeigen, wie es ihm/ihr gefällt. Dazu gehört mit Sicherheit auch ein Makeup. Nur weil ich im Rollstuhl sitze, muss ich ja nicht „hässlich“ aussehen. Man sollte versuchen, sein Leben so normal wie möglich zu führen, dann klappt es auch mit „Nichtbehinderten“. Voraussetzung ist natürlich, dass man es noch kann.

    5. Dezember 2015 at 21:17
    • SmackPack

      Eben! Ich vergnusswurzel auch gern ab und zu mal n paar Leichen, oder überfalle Rollstuhlfahrer und Behinderte weil se mich so wuschig machen.
      „Man sollte versuchen, sein Leben so normal wie möglich zu führen, auch wenn man halt eben tot ist, dann klappt es auch mit „Untoten“.“

      10. Dezember 2015 at 05:22
  • SmackPack

    Was sind das für Kranke in den Kommentaren hier?
    EINFACH ÄTZEND, das leben dreht sich nicht nur ums bumsen, es ist einfach wiederlich wie die Leute heute alles sexualisieren müssen, desto abartiger umso geiler. Und es auch noch schützen müssten, Frauen, Tiere, Kinder, Behinderte, Bäume, Gegenstände, als nächstes gibts dann noch erotische Steine oder son blödsinn, Lebensmittel schiebt Mann/Fraue sich ja schon in alle Körperöffnungen. Zum kotzen einfach hyper sexualisierte Gesellschaft, Dekadenz Maximum.
    Das ist ne Frechheit behinderte, hier Frauen, als Sexspielzeug darzustellen.
    FÜR ALLE DIE DIE BOTSCHAFT NICHT CHECKEN: Behinderte Frau wehrlos, man kann sich gegen ihren Willen hermachen weil Bewegungseinschränkung. Traum aller perversen EKEL, wehrloses abhängiges süßes Weibchen kann dominiert und geschlagen werden wie es beliebt.
    Sehr toll~ SO TOLL~ Genauso wie geile Tote.
    An die Leute in den Kommentaren: Ist das nicht geil das man damit zeigt das auch Tote noch richtig sexy sein können? Ich finde das nicht diskriminierend! Wenn überhaupt sollten Leichen froh sein noch für irgendetwas brauchbar zu sein! Bravo!
    Eh einfach nur hohl die Leute hier. Gott, alles schön verdrängen und schönreden. Alle wahrscheinlich schon in den Startlöchern für das Palmenwedeln.

    10. Dezember 2015 at 05:20

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