""

Amsterdam baut unterirdische Fahrrad-Garage

ROLLINGPLANET pur: In der niederländischen Hauptstadt gibt es mehr Fahrräder als Einwohner – da kann es schon mal zu kriegsähnlichen Zuständen kommen…

Typisch Amsterdam: Fahrräder überall (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Typisch Amsterdam: Fahrräder überall (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Der niederländischen Hauptstadt wachsen seine Fahrräder langsam über den Kopf. Grund dafür sind die mangelnden Abstellmöglichkeiten. Sie führen dazu, dass immer mehr Laternen, Brückengeländer oder Verkehrsschilder provisorisch herhalten müssen. Um die Lage zu entspannen, investiert Amsterdam nun 27 Mio. Euro in den Bau einer unterirdischen Fahrrad-Garage nahe des Hauptbahnhofs. Die Gegend rund um den Bahnhof sei zwar kein Kriegsgebiet, aber es komme dem schon ganz nahe, bringt es Willem van Heijningen von den niederländischen Bahnen überspitzt auf den Punkt.

Mehr Fahrräder als Einwohner

Der Verkehrsknotenpunkt ist dieser Hinsicht ein besonders prekäres Nadelöhr. Die Bahn hat in den vergangenen zehn Jahren bereits 10.000 Abstellplätze geschaffen. Bis 2020 sollen weitere 7.000 hinzukommen. Die imposante dreistöckige Fahrrad-Park&Ride-Insel nahe des Bahnhofs ist mittlerweile zu einer Touristenattraktion geworden. In Amsterdam leben rund 800.000 Menschen, davon haben einige zwei oder sogar drei verschiedene Drahtesel. So lässt sich auch deren überwältigende Zahl erklären: 880.000.

Fahrradfreundlichste Stadt der Welt

„Wir haben ein richtiges Parkplatzproblem“, zitiert die New York Times Thomas Koorn vom Amsterdamer Verkehrsamt. Man wolle allerdings nicht von einer Krise sprechen, sondern als Stadt attraktiv bleiben. Die Einwohner Amsterdams sind fahrradaffin wie kaum jemand anders. Regelmäßig landet man im Ranking der fahrradfreundlichsten Städte der Welt auf Platz eins.

In den kommenden zwei Jahrzehnten will die Stadt knapp über 100 Mio. Euro in die Hand nehmen, um die Infrastruktur für Radfahrer weiter zu verbessern. Wesentlich ist dabei die Schaffung neuer Abstellplätze. In den vergangenen 20 Jahren hat der Radverkehr in der Stadt um ganze 40 Prozent zugenommen. Aktuell entfallen auf das Fahrrad 32 Prozent des gesamten städtischen Verkehrs, Autos kommen auf 22 Prozent.

(pte)


Reise & Urlaub
Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN