Andy Holzer überlebt Erdbeben in Nepal

Für den blinden Bergsteiger ist es die zweite Naturkatastrophe innerhalb eines Jahres, der er entkommt.

Andy Holzer (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Andy Holzer (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Der seit seiner Geburt blinde, österreichische Bergsteiger Andy Holzer – in der Szene weltweit ein Begriff – hat das schwere Erdbeben in Nepal überlebt. Als die Erde zu wackeln begann, befand sich der 48-Jährige mit seinen beiden Freunden und Begleitern Daniel Kopp und Wolfgang Klocker auf der Nordseite des Mount Everests in einer Höhe von etwa 6000 Metern.

Klocker packte Holzer am Arm und begann mit ihm zu rennen. „Ich schrie ihm zu, gib nur Gas, ich bin fit!“, schreibt der Extremsportler auf seiner Webseite. Das dreiköpfige Team ist mittlerweile im ABC-Camp auf 6400 Metern Höhe in Sicherheit.

Dieses Mal will Holzer bleiben

Bei dem seit mehr als 80 Jahren stärksten Erdstoß in Nepal (7,8 auf der Richterskala) sind seit dem gestrigen Samstag schätzungsweise 2.200 Menschen gestorben, darunter 18 Kletterer. Bereits vor einem Jahr hatte Holzer versucht, im Himalaya den Mount Everest (mit 8.848 Metern der höchste Berg der Welt) zu erklimmen. Damals brach er seinen Versuch ab, nachdem bei einem schweren Lawinenunglück zwölf Menschen ums Leben gekommen waren.

Trotz Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 6,7 an diesem Sonntag wollen Holzer und seine Truppe den Trip zum Gipfel dieses Mal nicht abbrechen: „Mehr denn je brauchen die Sherpas jetzt das Geld, das sie mit den Bergsteigern verdienen“. Seiner Frau Sabina erzählte Holzer am Telefon: „Jetzt hoffen wir, dass es in einigen Tagen weiter geht, aber es ist echt sehr, sehr traurig, dieses Leid so hautnah zu erleben.“

(RP)

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