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Angela Merkels Auftritt beim Jahresempfang des Behindertenbeauftragten

Hubert Hüppe hatte eingeladen: Wie viel Wahlkampf war dabei?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Jahresempfang von Hubert Hüppe (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Jahresempfang von Hubert Hüppe (Foto: dpa)

Am Montag lud der Regierungsbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, zum Jahresempfang ein. Ort: Die Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin. Anzahl der Gäste: 400. Mit dabei: Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am frühen Abend gegen halb sechs eintrifft. Hubert und Angie mögen sich, wie ROLLINGPLANET-Leser wissen (Fragt Angie den Hubsi: Wie geht es denn unseren Behinderten?).

„Begreifen wir Verschiedenartigkeit als Reichtum, als Möglichkeit, uns besser kennenzulernen, besser aufeinander einzugehen“, sagt Merkel. „Gut, dass es dich gibt, lieber Hubert“, ruft sie dem Beauftragten und CDU-Parteikollegen zu. Als Regierung habe man stets „viele Dinge im Auge, so dass wir einen kleinen Anschub gebrauchen können“.

Für „Focus“ zählen die Worte von Merkel zu einer „Charmeoffensive“ und zu den „Szenen eines taktisch klugen Wähler-Werbens.“ Das Prinzip: „Nettsein statt Wahlkampfgetöse.“ Das Nachrichtenmagazin zitiert aus der Rede der Kanzlerin: „Jeder von uns ist anders, hat Stärken und Schwächen. Weiter:„Der Herrgott hat uns unterschiedlich geschaffen“, und jeder müsse in der Gesellschaft die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen.

„Fürs Leben lernen“

Merkel macht sich für die Inklusion stark, die Eingliederung behinderter Menschen in den regulären Schulbetrieb und in den ersten Arbeitsmarkt. Sie nennt es „fürs Leben zu lernen“, wenn alle dieselbe Schule besuchen. Und sie bezeichnet es als „soziales Anliegen“, das auch wirtschaftlich geboten sei, Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt einzugliedern. „Denn wir brauchen alle Fachkräfte.“

„Warum kämpfen, wenn man die Menschen spielerisch für sich einnehmen kann“, schreibt „Focus“: „Merkel versteht es, das Anliegen ihrer Zuhörer zu ihrem eigenen zu machen.“ Sie verspricht den versammelten Vertretern von Verbänden und Organisationen, dass noch vor der Bundestagswahl der „Bericht über die Lebenslagen von Menschen mit Behinderung“ vom Kabinett beschlossen werden solle. Dabei werde man „viel Wert darauf legen, dass er aussagekräftig wird“.

Und Hüppe? Dessen Jahresempfang war, so „Focus“, ein „Anschub“, der der Sache diente – und der Politikerin Merkel. Wir haben schließlich 2013, das Jahr der Bundestagswahl.

Alle Zitate aus Focus: Angela Merkels Taktik: Nettsein statt Wahlkampfgetöse

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