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Angie kann auch Orthopädie-Technikerin

ROLLINGPLANET erklärt der Bundeskanzlerin (und anderen Interessierten): Was muss man über diesen Beruf wissen?

PR-technisch in die Mangel genommen: Bundeskanzlerin Angie Merkel. Links Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), rechts Klaus-Jürgen Lotz, Chef der deutschen Orthopädie-Techniker. (Foto: obs/Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik)

PR-technisch in die Mangel genommen: Bundeskanzlerin Angie Merkel. Links Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), rechts Klaus-Jürgen Lotz, Chef der deutschen Orthopädie-Techniker. (Foto: obs/Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik)

So ist das mit den Pflichtterminen: Bundeskanzlerin Angela Merkel schraubt und werkelt für die Kamera lächelnd mit einem Imbusschlüssel an einer Sportprothese und tut total interessiert, obwohl sie in diesem Augenblick doch möglicherweise viel lieber eine SMS schreiben oder eine Bratwurst, wenn nicht sogar eine bayerische Weißwurst, essen würde.

Anlass war ihr Besuch heute auf der Internationalen Handwerksmesse (6.-12. März) in München. Die anwesenden paralympischen Athleten lobte die Kanzlerin für die Leistungen bei den Paralympics in London 2012. Dort leisteten Orthopädie-Techniker aus 20 Ländern ehrenamtlich 10.648 Arbeitsstunden in der Werkstatt des olympischen Dorfs.

Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik, wirbt für seine Branche: „Es ist wichtig für uns alle, dass verunfallte oder gehandicapte Personen aller Altersklassen am Leben teilnehmen können und nicht außen vor bleiben. Jeder sollte die Chance haben, selbstständig seinen Haushalt zu organisieren, seinem gelernten Beruf nachzugehen oder seine sozialen Kontakte zu pflegen.“

ROLLINGPLANET hat sich für Angie schlau gemacht: Was muss man über den Beruf des Orthopädietechnikers wissen?

High-Tech für Menschen mit Behinderung

Fachkreise schätzen, dass in Deutschland mehr als vier Millionen Menschen orthopädietechnische Hilfsmittel benötigen – die reichen von einer Schuheinlage bis zu elektronisch gesteuerten Prothesen (die kosten je nach Ausstattung und Leistung zwischen 2.000 Euro und 35.000 Euro).

Deutschland ist das einzige Land, in dem man nicht studieren muss, um Orthopädiemechaniker zu werden. Da Orthopädiemechaniker an der Schnittstelle von Medizin und Technik stehen, ist die Ausbildung trotzdem breit. Neben technischem Wissen und umfassender Werkstoffkunde stehen auch Anatomie und Pathologie auf dem Lehrplan.

Angie, bekanntlich auch Physikerin, dürfte die Anforderungen für die Ausbildung locker erfüllen: Mittlere Reife mit guten Noten in Mathematik und Physik sollten Azubis der Orthopädietechnik mitbringen. Nach Angaben des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) in Bonn gibt es mehr als 1250 von ihnen, davon sind knapp 37 Prozent Frauen.

Das Einstiegsgehalt liegt für Berufsanfänger zwischen 1.350 Euro und 1.600 Euro. Um selbstständig einen Betrieb führen zu dürfen, ist eine Meisterprüfung erforderlich. Laut dem Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik arbeiten in etwa 1850 orthopädietechnischen Handwerksbetrieben in Deutschland 12.000 Fachkräfte.

Der in unserer Szene bekannteste Orthopädietechniker-Meister ist der Paralympics-Sieger Markus Rehm.

(RP/PM)

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