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Angie kann uns wieder lieb haben

Ersten Hochrechnungen zufolge wird Merkel Bundeskanzlerin bleiben. ROLLINGPLANET zeigt ihr Video für Menschen mit Behinderung.

Alte und neue Bundeskanzlerin: Angela Merkel (Foto: IWN)

Alte und neue Bundeskanzlerin: Angela Merkel (Foto: IWN)

Noch handelt es sich nicht um das vorläufige Endergebnis – und noch ist die Frage offen, ob die FDP in den Bundestag kommt. Doch ersten Hochrechnungen um 18 Uhr zufolge wird Angela Merkel auch in Zukunft Bundeskanzlerin sein: Laut ARD kommt die CDU/CSU auf 42 Prozent. Ihr bisheriger Koalitionspartner FDP würde laut derzeitigem Stand mit 4,7 Prozent den Einzug in den Bundestag verpassen – vor ihr steht momentan sogar noch die AfD (4,9 Prozent).

Rechnerisch gesehen könnte es zu einer Regierung von SPD (26 Prozent), Die Linke (8,5 Prozent) und Grüne (8,0 Prozent) kommen – gemeinsam hätte man einen hauchdünnen Vorsprung vor der Union (42,5 versus Prozent). Angesichts der Tatsache, dass im Wahlkampf alle Parteien eine Ehe mit den Linken ablehnten, erscheint dies eher unrealistisch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute in Berlin nach ihrer  Stimmabgabe (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute in Berlin nach ihrer Stimmabgabe (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Wie auch sich in den kommenden Stunden die Prozentpunkte in den Hochrechnungen und im Endergebnis ändern: Es ist höchst wahrscheinlich, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt, sei es alleine mit der absoluten Mehrheit, mit dem bisherigen Partner FDP (falls er reinkommt), einem neuen Partner (Grüne) oder in einer großen Koalition.

Wir veröffentlichen an dieser Stelle deshalb noch mal Merkels Video-Ansprache für Menschen mit Behinderung, die sie im März vergangenen Jahres auf der Seite der Bundesregierung veröffentlichte und in der sie betont, dass sie Menschen mit Behinderung lieb hat.

Für alle, die schneller lesen als gucken, hier der Text:

Das sagt Angie

Regelmäßig treffe ich mich mit den Vertretern des Deutschen Behindertenrates. Nächste Woche, am Donnerstag, wird wieder ein solches Gespräch stattfinden. Ich tue dies deshalb, weil mir die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft ausgesprochen wichtig sind, und weil ich weiß, dass wir zwar Fortschritte gemacht haben bei der Integration von Menschen mit Behinderungen, aber längst noch nicht genug.

Im vergangen Jahr hat die Bunderegierung den Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen verabschiedet. Dabei haben wir uns auf über 200 Maßnahmen verständigt. Alle Ressorts der Bundesregierung nehmen an der Umsetzung dieser Maßnahmen teil.

Besonders betrifft das natürlich Bereiche, in denen es um das Bauen, das Wohnen und auch den Verkehr geht. Und ich kann sagen, dass wir gerade beim Umbau von Wohnungen und ähnlichen Maßnahmen in den nächsten Jahren über 500 Millionen Euro einsetzen.

Es geht aber natürlich auch um umfassende Teilhabe an allen Bereichen des Lebens. Da-zu gehört das Lernen in der Schule und in der Hochschule genauso wie der Bereich der Arbeit oder der Bereich des Sports. Bei der Berufsausbildung haben wir im Rahmen des Ausbildungspaktes gestiegenen Wert darauf gelegt, dass auch Menschen mit Behinderungen an der Berufsausbildung teilnehmen können.

Der Anteil von Menschen mit Behinderungen im Öffentlichen Dienst ist gestiegen. Und wir haben im Rahmen des Ausbildungspaktes – zusammen mit den Arbeitgebern, das heißt den Ländern und dem Bund, genauso wie mit den Gewerkschaften – erhebliche Fortschritte und Absprachen erzielt.

Genauso notwendig ist es natürlich, dass im täglichen Leben Behinderte Möglichkeiten haben, sich zu artikulieren und auszudrücken. Die Innenministerkonferenz zum Beispiel hat es ermöglicht, dass Notrufe in Zukunft von Gehörlosen auch per SMS abgesandt werden können. Das Land Berlin hat dies zum Beispiel schon umgesetzt. Und auch die Behördennummer 115 soll in Zukunft über die Gebärdensprache erreichbar sein.

Bei der Integration von Behinderten in das tägliche Leben hat natürlich nicht nur der Bund Aufgaben zu erledigen, sondern genauso Länder und Kommunen. Das Leben vielen Menschen spielt sich vor allen Dingen in den Städten und Dörfern ab. Deshalb geht es dort auch ganz besonders darum, barrierefreie Zugänge zu allen öffentlichen Gebäuden genauso wie zu Bussen und Bahnen zu ermöglichen. Schritt für Schritt kommen wir auch auf diesem Wege voran.

Darüber und über vieles mehr werde ich mit den Vertretern des Deutschen Behindertenrates sprechen. Wir werden auf der einen Seite über Fortschritte reden. Aber ich bin mir ganz sicher: Gerade aus dem Gespräch mit den Vertretern der Behinderten, die jeden Tag auch über die Unzulänglichkeiten in unserem Leben Informationen bekommen, werde ich lernen, was wir in Zukunft noch zu tun haben. Und ich darf Ihnen versprechen: Die Bundesregierung wird versuchen, das, was in unseren Möglichkeiten liegt, auch umzusetzen. Damit Behinderte in unserer Gesellschaft ihren Platz haben – einen gleichberechtigten Platz neben allen anderen Bürgerinnen und Bürger in unserer Gesellschaft.

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