Dank Annika Zeyen: Halbfinale!

Paralympics: Deutsche Rollstuhlbasketball-Damen kämpfen gegen die Kulisse und den Gastgeber mit 55:44 nieder.

Annika Zeyen (Archivfoto: beim letzten Vorrundenspiel gegen Mexiko; Uli Gasper/www.uliphoto.de)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen hat einen entscheidenden Schritt in Richtung paralympisches Edelmetall gemacht. Im Viertelfinale bezwang das Team um Topscorerin Annika Zeyen in der North Greenwich Arena von London den Lokalmatador Großbritannien mit 55:44 (8:12/22:21/34:33).

Nach dem 4:0 (3.) aus deutscher Sicht kamen die Britinnen, angetrieben von mehr als 10.000 Fans im Rücken, auf und boten dem Favoriten Deutschland eine kämpferische Partie. Bis auf 14:8 (12.) zogen die Hausherrinnen davon, ehe die Mannschaft von Bundestrainer Holger Glinicki vor allem über eine blendend aufgelegte Annika Zeyen zum Konter blies. Doch immer, wenn das Duell Richtung des Europameisters aus Deutschland zu kippen schien, hatten die Britinnen eine Antwort, wie kurz vor der Pause als Topscorerin Helen Freeman per Dreier den 21:22-Anschluss markierte.

Beherzter Schlussspurt

Doch mit einem beherzten Schlussspurt brach der Silbermedaillengewinner von Peking den Widerstand der Gastgeberinnen, die beim 41:38 (34.) noch die Nase knapp vorne hatten. Mit 17:3 zeigte das deutsche Team in den verbleibenden Minuten seine Klasse, die es nun im Halbfinale am Donnerstag gegen die starken Niederlande in die Waagschale werfen muss.

„Wir hatten gegen diese Kulisse mit den eigenen Nerven zu kämpfen, lediglich Annika Zeyen hat ein überragendes Spiel abgeliefert und darf als unsere Matchwinnerin gelten“, so Trainer Glinicki nach der Partie: „Im Halbfinale stehen die Chancen nun 50:50, wobei ich uns einen Tick stärker einschätze, aber dafür müssen wir auch unser gesamtes Potenzial abrufen, was uns heute nicht gelungen ist“. Im zweiten paralympischen Semifinale stehen sich Australien und die USA gegenüber.

Das Halbfinale ist am Donnerstag, das Finale am Freitag.

Großbritannien: Helen Freeman (19/1 Dreier), Helen Turner (6), Amy Conroy (5), Sarah Grady (4), Claire Strange (4), Laurie Williams (4), Louise Sugden (2), Caroline MacLean, Judith Hamer (n.e.), Natasha Davies (n.e.), Sarah McPhee (n.e.), Madeleine Thompson (n.e.).

Deutschland: Annika Zeyen (25, University of Alabama/USA), Marina Mohnen (11, Köln 99ers), Gesche Schünemann (9, RSV Lahn-Dill), Edina Müller (4, Hamburger SV), Mareike Adermann (3, University of Wisconsin/USA), Johanna Welin (2, USC München), Britt Dillmann (1, RSV Lahn-Dill), Annabel Breuer (Ulmer Sabres), Anne Brießmann (Mainhatten Skywheelers), Heike Friedrich (n.e., Mainhatten Skywheelers), Maria Kühn (n.e., Mainhatten Skywheelers), Maya Lindholm (n.e., Hamburger SV).

(aj)


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