Anonymisierte Bewerbeprofile sollen mehr Jobs für schwerbehinderte Akademiker schaffen

Berater der Agentur für Arbeit wollen Personalleiter von ihren Vorurteilen befreien.

Personalchefs überbewerten oft  das Thema "Behinderung" (Foto: Shutterstock)

Personalchefs überbewerten oft das Thema „Behinderung“ (Foto: Shutterstock)

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Schwerbehinderten trotz teils hoher Qualifikationen noch vorbei. Das will die Arbeitsagentur Neubrandenburg im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche (ROLLINGPLANET berichtete) mit einer am Montag gestarteten Initiative ändern, wie Agentursprecher Ronny Steeger sagte. „Viele Firmen suchen Fachkräfte und widmen Behinderten viel zu wenig Aufmerksamkeit.“

So sei die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbereich der Mecklenburgischen Seenplatte seit 2010 um 13 Prozent auf 16.400 Arbeitslose gesunken. Demgegenüber stieg die Zahl der Schwerbehinderten, die keinen Arbeitsplatz haben, um etwa 20 Prozent – das sind 271 Menschen – auf 1320 Betroffene an.

„Probleme oft überbewertet“

„Wir wollen aufklären, dass Schwerbehinderte oft auch akademische Ausbildungen haben und hochqualifiziert sind“, sagte Steeger. Dazu seien Berater unterwegs, die Arbeitgebern anonymisierte Bewerberprofile vorlegten, so dass Personalleiter nur aufgrund der Qualifikation urteilen sollten.

Probleme mit Schwerbehinderten würden aus Unkenntnis oft überbewertet. Es gebe rund 2200 unbesetzte Stellen. Der Sprecher verwies darauf, dass die Arbeitsagentur für Schwerbehinderte deutlich umfassender Fördermöglichkeiten habe. Der Osten Mecklenburg-Vorpommerns ist besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.

(dpa/mv)

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1 Kommentar

  • Rainer Böttchers

    Mehr Jobs für arbeitslose Akademiker überhaupt wären auch gut. Wenn deren „Behinderung“ darin besteht, dass sie älter sind als 50.

    30. November 2015 at 20:36

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