""

Ans Bett gefesselt

(Foto: Anja-Wichmann/Gerd-Altmann/pixelio.de)

Um das Fixieren der Patienten zu verhindern, sind erhebliche Anstrengungen erforderlich. Ein Gastkommentar von Wilfried Goebels (WAZ).

Überforderung des Personals, Haftungsängste der Träger, auch die Fürsorge für Patienten: Für die hohe Zahl der Fixierungen von Pflegebedürftigen gibt es die verschiedensten Ursachen. Dabei ist schon das bewusste Ruhigstellen durch Medikamente ein gravierender Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Das brisante Thema eignet sich nicht für politische Schnellschüsse, Parteienstreit und Skandalisierung.

Um das Fixieren der Patienten zu verhindern, sind erhebliche Anstrengungen erforderlich: Heime und Kliniken müssen umgebaut, das Personal muss aufgestockt und zusätzlich qualifiziert werden.

Immerhin scheint die Idee, für sturzgefährdete Patienten Niedrigbetten anzuschaffen, kurzfristig umsetzbar. Es kann nicht sein, dass Pflegebedürftige allein deshalb gefesselt werden, damit sie nicht aus dem Bett fallen. Und der Träger sich auf diesem Weg seiner Haftungspflicht entledigt.

In jedem Fall ist klar: Die Krankenkassen müssen mit ins Boot, wenn freiheitseinschränkende Maßnahmen die absolute Ausnahme sein sollen. Denn ohne sie sind teure Verbesserungen in den Heimen nicht umsetzbar.

Zum Themenschwerpunkt Pflege und Hilfe

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN