""

Appell an Chefs mit Vorurteilen: „Rollstühle raus aus Köpfen“

Mehr Jobs für Behinderte gefordert – in Hamburg versucht man es mit deutlichen Worten, in Rheinland-Pfalz mit neuen Finanzmitteln.

Geschäftsführer Sönke Fock vor der Zentrale der Arbeitsagentur in Hamburg. (Foto: Marcus Brandt/dpa)

Geschäftsführer Sönke Fock vor der Zentrale der Arbeitsagentur in Hamburg. (Foto: Marcus Brandt/dpa)

Die Agentur für Arbeit Hamburg hat an die Arbeitgeber appelliert, mehr schwerbehinderte Menschen einzustellen und sie am Arbeitsleben teilhaben zu lassen. „Rollstühle, Kündigungsschutz oder hohe Krankheitszeiten müssen raus aus den Köpfen und einer vorurteilsfreien Einstellungspraxis weichen“, verlangte der Chef der Arbeitsagentur, Sönke Fock. Im Oktober waren in Hamburg 3125 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet, mehr als die Hälfte sei sehr gut ausgebildet, berichtete Fock.

In Hamburg sind seinen Angaben zufolge 4600 Unternehmen mit 20 und mehr Arbeitsplätzen dazu verpflichtet, mehr als 35.600 Stellen mit Schwerbehinderten zu besetzen (Stand 2015). Mehr als 10.900 dieser Stellen seien allerdings frei geblieben, monierte Fock. Die Beschäftigungsquote für Hamburg sei mit 4,2 Prozent im Vergleich der Bundesländer deutlich zu niedrig. Die Firmen haben rund 734.000 Arbeitsplätze.

Rheinland-Pfalz mit neuen Initiativen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD, r.) und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (l.) während einer Plenarsitzung im Mainzer Landtag. (Foto: Arne Dedert/dpa)

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD, r.) und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (l.) während einer Plenarsitzung im Mainzer Landtag. (Foto: Arne Dedert/dpa)

Derweil hat das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium mitgeteilt, dass es sich verstärkt auf Langzeitarbeitslose, Flüchtlinge und Menschen mit Behinderung konzentrieren will. Das sagte Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) bei der Vorstellung der Initiativen zur Arbeitsmarktintegration 2018/2019 am Montag in Mainz.

Dafür stünden kommendes Jahr rund 27 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land trage etwa 10,5 Millionen Euro bei, der Rest komme aus dem Europäischen Sozialfonds. Gerade Menschen mit Behinderung seien oft gut qualifiziert und hoch motiviert. In Bezug auf den Fachkräftemangel sei das kurzfristige Potenzial in diesem Bereich sehr hoch.

(RP/dpa/lno)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN