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Arbeitgeber wollen, dass Hinterbliebene erst einmal Armut am eigenen Leib erfahren

(Foto: Karl-Heinz-Laube/pixelio.de)

Über den Vorschlag der Arbeitgeber, die Witwenrente zu kürzen: Auf ROLLINGPLANET ein Gastkommentar der „Südwest Presse“, der morgen in der Tageszeitung erscheint.

Ins Leere gezielt Plump und vor allem ziemlich unnötig ist der Vorstoß aus dem Arbeitgeberlager zur Witwenrente. Nicht nur, weil er betroffenen Frauen oder Männern indirekt unterstellt, sie würden sich mit den Leistungen aus der Rentenkasse ein schönes Leben machen, obwohl sie doch problemlos arbeiten gehen könnten. Sondern auch, weil die Statistik etwas ganz anderes belegt, als es die BDA glauben machen will.

Denn Witwen oder Witwer im Alter zwischen 45 und 50 Jahren machen nur einen Bruchteil der Bezugsberechtigten aus. Die Leistungen fließen vor allem an über 65-Jährige, und noch viel stärker an 70- bis 85-Jährige. Die Forderung zielt somit weitgehend ins Leere.

Der Tod des Partners gehört zu den schwersten Schicksalsschlägen im Leben eines Menschen. Betroffenen wird oft von einem Tag auf den anderen der Boden unter den Füßen weggezogen, sowohl emotional als auch in manchen Fällen wirtschaftlich. Die Hinterbliebenenrente ermöglicht es ihnen, trotz aller Probleme wenigstens den Lebensstandard zu wahren.

Das heißt nicht, dass die Leistung nicht an gesellschaftliche Entwicklungen angepasst werden muss. Die Regierungen der vergangenen Jahrzehnte haben aber bereits an mehreren Stellschrauben gedreht. Eigene Einkünfte werden teilweise angerechnet, jetzt wird das Mindestbezugsalter heraufgesetzt. Gerade für Frauen, die wegen Erziehungszeiten nur geringe Rentenansprüche haben, ist die Witwenrente von Gewicht. Sie schützt sie davor, in die Altersarmut abzurutschen.

Geht es nach den Arbeitgebern, sollen Hinterbliebene dagegen erst einmal Armut am eigenen Leib erfahren, um einen Anspruch zu bekommen.

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