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Arm und sexy – wie wollen die denn Inklusion hinkriegen?

Beirat stellt Details vor: Behinderte Kinder in Berlin sollen Recht auf Regelschule bekommen.

Kriegt für ihre Inklusionspläne nicht von allen Seiten Beifall: Bildungssenatorin Sandra Scheeres (Foto: SPD/privat)

Kriegt für ihre Inklusionspläne nicht von allen Seiten Beifall: Bildungssenatorin Sandra Scheeres (Foto: SPD/privat)

Das Recht behinderter Kinder auf den Besuch einer Regelschule soll im Berliner Schulgesetz verankert werden. Das geht aus den Empfehlungen des Beirats „Inklusive Schule in Berlin“ hervor, die am Freitag vorgestellt wurden. Ziel sei, dass im Jahr 2020 (ROLLINGPLANET: das sind noch sieben Jahre!) alle Schulen in der Lage sind, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufzunehmen, sagte die Beirat-Vorsitzende und Schulsenatorin Sybille Volkholz, die selbst einmal für kurze Zeit Bildungssenatorin war (1989/1990 für die Alternative Liste).

Pro behindertes Kind, so empfiehlt der Beirat, soll eine Schule 2,5 Lehrerstunden zusätzlich zugesprochen bekommen. In einer Klasse dürfe es zudem im Schnitt nicht mehr als drei behinderte Kinder geben. Um die Umstellung vom jetzigen System auf die Inklusion zu unterstützen, soll es Beratungszentren in allen Bezirken geben und Lehrer speziell fortgebildet werden.

Seit 2009 muss Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland auf Elternwunsch angeboten werden. Berlin sei weiter als andere Bundesländer, betonte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) – was angesichts des Inklusionstempos hierzulande laut ROLLINGPLANET-Einschätzung allerdings nicht wirklich eine Meisterleistung ist. Laut Scheeres besucht in der Hauptstadt rund die Hälfte der etwa 19.800 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule. Deutschlandweit seien es nur 24 Prozent.

„Zahlen gehen hinten und vorne nicht auf“

Kritik am Berliner Inklusionskonzept kommt unter anderem vom Landeselternausschuss. Dieser fürchtet, dass die Ressourcen in den Schulen nicht ausreichen. Die ganze Reform müsse personell und finanziell besser ausgestattet werden, so der Vorsitzende Günter Peiritsch, der das Anliegen des Inklusionsbeirates stützt, aber skeptisch bleibt: „Bei Kindern mit gehobenen Förderbedarf gehen die Zahlen hinten und vorne nicht auf“. Laut Peirtisch droht eine akute Überforderung.

Zweifel gibt es auch an den baulichen Verhältnissen in den Schulen. Das Geld für den behindertengerechten Umbau müsste die ohnehin klammen Bezirke aufbringen, darauf wies der Verband Bildung und Erziehung hin.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Neid Siegbert

    Hi, Euere neue Webseite ist ganz schön stressig. 15-25 mögliche Artikel auf einem Fenster. Alter das is mir zu stressig nicht strukturiert genug. Reizüberflutung.

    25. Februar 2013 at 11:17

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