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Attacke mit lila Mütze: Fahrerflucht mal anders

Selbst ROLLINGPLANET gibt zu: Der gehören doch die Hamelnbeine langgezogen – wie eine ältere E-Rollstuhlfahrerin wegzurollen versuchte und schummelte.

Rattenfängerspiele in Hameln: Die Stadt ist vor allem bekannt durch die Sage vom Rattenfänger (ca. 1284)

Na, so was, wir von ROLLINGPLANET dachten immer, dass Menschen mit Behinderung niedlich harmlose Zeitgenossen sind, die kein Wässerchen zu trüben vermögen (falls sie nicht inkontinent sind). Heute werden wir eines Besseren belehrt und erfahren, dass manchen von ihnen wohl die Hamelnbeine langgezogen werden sollten. In Hameln (Niedersachsen) jedenfalls will man jetzt keine Ratten, sondern eine ältere E-Rollifahrerin fangen und zwar „in einem sehr ungewöhnlichen Fall von Verkehrsunfallflucht“, wie die Polizei mitteilt.

Bereits am Mittwochnachmittag (16.1.2013) gegen 16:10 Uhr, so die Beamten, ereignete sich dieser Unfall auf der Gröninger Straße in Hameln in Höhe des Schiller-Gymnasiums:

„Eine 40-jährige Einwohnerin aus Aerzen befuhr mit ihrem VW Touran die Gröninger Straße, als ihr unvermittelt, vom linken Gehweg aus, eine ältere Dame in einem Elektrorollstuhl entgegenkam und die Fahrbahn überquerte. Obwohl sie mit ihrem PKW noch rechtzeitig abbremste und zum Stillstand kam, fuhr die Rollstuhlfahrerin mehrmals vorn links gegen ihren PKW. Anschließend wollte die Rollstuhlfahrerin ihre Fahrt einfach fortsetzen. Erst auf Zuruf durch die PKW-Fahrerin kehrte sie zur Unfallstelle zurück und stieß dabei erneut hinten gegen den PKW. Immerhin entstand am PKW ein geschätzter Gesamtschaden von ca. 1000,- Euro. Nach Aufforderung durch die Geschädigte gab sie mündlich ihre Personalien zur Schadensregulierung an und entfernte sich dann erneut und endgültig mit ihrem Rollstuhl von der Unfallstelle in Richtung Mertensplatz.

Noch am selben Tag versuchte die Geschädigte ihre Ansprüche aus dem Unfall geltend zu machen. Hierbei musste sie jedoch feststellen, dass die ihr genannten Personalien offensichtlich falsch sind. Aus diesem Grund erstattete sie am Folgetag bei der Polizei eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Verkehrsunfallflucht.“

Die renitente ROLLINGPLANET-Bewohnerin soll einen „modernen Elektrorollstuhl mit ,Joystick‘-Steuerung“ gefahren haben, der an der Rückseite anstatt von zwei Einzelgriffen zum Schieben eine durchgehende Stange hat. Die Fahrerin ist zirka 80 Jahre oder älter und schlank. Die Dame scheint nicht nur Autoscooter-Talent zu haben, sondern auch modischen Geschmack: Sie trug zur Unfallzeit eine lilafarbene Mütze.

(RP/ots, Foto: Wikipedia/Nifoto. Der Urheberrechtsinhaber dieser Datei hat ein unentgeltliches, bedingungsloses Nutzungsrecht für jedermann ohne zeitliche, räumliche und inhaltliche Beschränkung eingeräumt. )

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1 Kommentar

  • Andrea

    Und die Moral von der Geschicht:
    Gebt acht auf Frauen mit lila Mütze,
    sonst womöglich ein Streit vom Zaune bricht
    und das ganze unserer Unterhaltung nütze.

    PS: Eine lila Mütze habe ich auch und seit heute eine farblich passende Handtasche. Aber keine Sorge, ich habe keinen E-Rolli und kollidiere daher nur selten mit Automobilen. 😉

    8. August 2013 at 01:13

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