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Auch Behindertensportler sollen profitieren: Deutsche Sportlotterie genehmigt

Eineinhalb Jahre haben Robert Harting und seine Mitstreiter um die Lizenz gekämpft.

Teaser der Deutschen Sportlotterie

Teaser der Deutschen Sportlotterie

Diskus-Riese Robert Harting hat außerhalb des Rings einen wertvollen Sieg errungen, der sich für viele Spitzensportler in den kommenden Jahren auszahlen soll. Die vom Weltmeister und Olympiasieger mitinitiierte Deutsche Sportlotterie hat die Lizenz erhalten und wird im September ihren Spielbetrieb aufnehmen.

„Danke an unser Team. Diese Leistung war nur als Teamwork möglich. Vor allem Robert hat sich neben seinem aufwendigen Training und Studium ungemein ins Zeug gelegt, um langfristig dem Spitzensport in Deutschland zu einer besseren Förderung zu verhelfen“, sagte DSL-Geschäftsführer Gerald Wagener am Donnerstag.

„Mit der Zulassung hat die Deutsche Sportlotterie eine entscheidende Hürde genommen. Nun gilt es, sicherzustellen, dass mit den Erträgen der Spitzensport in all seinen Facetten – von der Athletenförderung über den Anti-Doping-Kampf bis hin zur Trainer- und Strukturförderung – gezielt und ganzheitlich unterstützt wird. Darüber sind wir in konstruktiven Gesprächen mit der DSL und deren Gesellschafterin Deutsche Sporthilfe“, erklärte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olymischen Sportbundes (DOSB).

Auch für Spitzensportler mit Behinderung

Robert Harting zerreißt nach seinem Olympiasieg  2012 vor Freude sein Trikot (Foto: dpa/Marius Becker)

Robert Harting zerreißt nach seinem Olympiasieg 2012 vor Freude sein Trikot (Foto: dpa/Marius Becker)

Mit den Erträgen aus der Sportlotterie soll – in Zusammenarbeit mit dem Sportlotterie-Gesellschafter Deutsche Sporthilfe – die bestehende direkte Sportlerförderung ergänzt werden. Deutsche Spitzensportler sollen in der Vorbereitung auf Olympische und Paralympische Spiele bessere Bedingungen im internationalen Vergleich bekommen und zusätzlich versichert werden (ROLLINGPLANET berichtete). Außerdem sollen die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) unterstützt und Sportvereine am Lotterieumsatz beteiligt werden.

Harting hatte mit seinen Mitstreitern teilweise gegen heftige Widerstände aus dem organisierten Sport ankämpfen müssen. So hatte der DOSB lange Zeit Vorbehalte gegen die Idee geäußert, ehe vor einigen Wochen die Kehrtwende vollzogen wurde. Hörmann hatte zuletzt sogar für die Sportlotterie geworben. Nach eingehender Prüfung gab das Finanzministerium Rheinland-Pfalz nun Grünes Licht für die erste private Lotterie in Deutschland seit Jahrzehnten.

DFB ist gegen die Sportlotterie

Michael Ilgner, Vorstandschef der Stiftung Deutsche Sporthilfe und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Sportlotterie, sieht dies aber erst als Anfang: „Die positive Entscheidung des Glücksspielkollegiums ist ein Novum für den aktuellen Markt bei einem privaten Lotterie-Anbieter und ein wichtiger Schritt in der Gründungsgeschichte der Deutschen Sportlotterie. Ihm müssen nun aber noch viele weitere folgen, um die kreative Idee zu einer Erfolgsstory für die Förderung der deutschen Spitzensportler zu machen“, sagte Ilgner.

Für die geförderten Sportler sei die Lizenzerteilung eine gute Nachricht. Dies empfand auch Geschäftsführer Wagner so: „Wir sind erleichtert, dass sich die Antragsbehörden nicht vom politischen Lobbyismus gegen uns beeinflussen ließen.“ Unter anderen hatte sich der Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel, öffentlich gegen diese Form der Unterstützung des olympischen Amateursports ausgesprochen.

Webseite: www.deutsche-sportlotterie.de

(dpa)

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1 Kommentar

  • Wandrasehk

    Der DFB sieht wohl seine Fälle davon schwimmen, dabei schwimmt gerade der Fußball im Geld, während es 99 Prozent aller Spieler bescheiden geht.

    5. Juni 2014 at 17:33

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