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Auch das noch: Kaffee kann bei Männern Inkontinenz auslösen

Bei Frauen wurde dieser Zusammenhang bereits vermutet. Nur zwei Tassen am Tag führen zum kompletten Kontrollverlust – sagt jedenfalls eine neue Studie.

Neuesten Erkenntnissen zufolge werden jetzt 80 Prozent aller ROLLINGPLANET-Mitarbeiter inkontinent, falls sie es nicht schon sind (Foto: Lupo/pixelio.de)

Querschnittgelähmte mit einem transurethralen Dauerkatheter haben endlich mal einen Grund sich zu freuen: Sie können ihren Kaffee mit einem besseren Gewissen als andere Menschen trinken. Glück gehabt, inkontinent sind sie/wir schließlich schon. Hier nun eine Warnung an alle Menschen, die künftig nicht regelmäßig ROLLINGPLANET lesen wollen.

Zwei Tassen Kaffee täglich können eine männliche Inkontinenz nicht nur verschlimmern, sondern sogar auslösen. Zu diesem Schluss sind Forscher der University of Alabama gekommen und weisen darauf hin, dass Koffein die Harnblase reizt. Vorgehende Studien konnten bislang nur den Zusammenhang zwischen Kaffee und Inkontinenz bei Frauen feststellen.

Rund 4.000 Männer wurden zu ihrem Inkontinenz-Zustand sowie zu ihrem Kaffee- und Wasser-Konsum befragt. Diejenigen, die mehr als 392 Milligramm Koffein pro Tag zu sich nahmen, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko einer unkontrollierten Harnfunktion. Bei Wasser hingegen konnte diese Auswirkung nicht festgestellt werden.

Halber, aber kein ganzer Trost für Kaffeetrinker: „Dass Koffein Inkontinenz auslösen kann, bezweifle ich. Es ist jedoch so, dass Teein und Koffein sie generell fördern können“, erklärt Petra Myslik, Fachschwester für Kontinenz und Stoma.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Um eine angemessene Behandlung für Betroffene zu gewährleisten, müsse primär eine umfassende anamnestische Untersuchung für die Ursache des Problems stattfinden. „Inkontinenz tritt in vielerlei Formen auf, hat bei Frauen und Männern unterschiedliche Auslöser und lässt sich daher auch nicht vergleichen“, so die Expertin. Bei Männern könne unter anderem eine zu große Prostata oder die Entfernung dieser die Schwäche begünstigen.

„Inkontinenz ist keine altersbedingte Erkrankung. Sie tritt am häufigsten ab dem Alter von 50 Jahren ein – bei Frauen jedoch öfter als bei Männern, da sie ein anderes Bindegewebe haben“, sagt Myslik. Eine präventive Maßnahme sei das richtige Training der Beckenbodenmuskulatur, in dem die Schließmuskeln wiederholend zusammengezogen werden.

(pte)

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