Auch Lähmungskrankheit Guillain-Barré vermehrt in Rio aufgetaucht

Experten vermuten einen Zusammenhang mit dem von Moskitos übertragenen Zika-Virus.

Prominenter Fall, der erfolgreich behandelt wurde: Am 28. November 2002 diagnostizierten die Ärzte bei Markus Babbel die Nervenerkrankung Guillain-Barré-Syndrom. Statt einer Karriere im Rollstuhl konnte der Fußballer aber dann doch seine Laufbahn im Sport, hier als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim im Jahr 2012 – fortsetzen. (Foto: Uwe Anspach/dpa)

Prominenter Fall, der erfolgreich behandelt wurde: Am 28. November 2002 diagnostizierten die Ärzte bei Markus Babbel die Nervenerkrankung Guillain-Barré-Syndrom. Statt einer Karriere im Rollstuhl konnte der Fußballer aber dann doch seine Laufbahn im Sport, hier als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim im Jahr 2012, fortsetzen. (Foto: Uwe Anspach/dpa)

Im Zusammenhang mit dem Zika-Virus sind in Rio de Janeiro mehrere schwere Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barré bekannt geworden. Wie die Zeitung „O Globo“ am Freitag berichtete, habe das auf die Behandlung von Nervenkrankheiten spezialisierte Hospital Universitário Antônio Pedro seit Januar 16 Fälle behandelt. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hatten, befänden sich in sehr ernstem Zustand. Normalerweise habe man fünf Fälle pro Jahr.

Schon ein Zika-Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien ging einher mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms. Typische Symptome dieser entzündlichen Erkrankung der Nerven sind Lähmungen, die meist an den Händen oder Füßen beginnen. Auch die Atemwege können lahmgelegt werden. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Unterschiedlicher Verlauf

Die Ursache für die Erkrankung ist unklar. Häufig tritt das Guillain-Barré-Syndrom nach einer Infektion auf. Bei den meisten Patienten bilden sich die Symptome – oft nach Monaten – zurück. Ein prominentes Opfer war der ehemalige Fußball-Nationalspieler Markus Babbel, der sich davon jedoch wieder erholte. Die Schäden können aber auch bleiben oder die Krankheit tödlich enden.

Experten vermuten auch einen Zusammenhang mit dem von Moskitos übertragenen Zika-Virus. Dieser Erreger steht im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren starke Schädelfehlbildungen bei deren Babys auszulösen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt (siehe auch ROLLINGPLANET-Kompakt: Zika und Mikrozephalie – 6 Fakten). Geistige Behinderungen sind meist die Folge. Das Zika-Virus breitet sich derzeit schnell in Lateinamerika aus. Einen Beweis dafür, dass das Virus für Mikrozephalie oder das Guillain-Barré-Syndrom verantwortlich ist, gibt es aber noch nicht.

(RP/dpa)

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