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Auch Rentner müssen Steuern zahlen

Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils wird durch das Jahr des Rentenbeginns bestimmt und für die gesamte Laufzeit festgesetzt.

(Foto: Crestock)

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Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes

Mehr als fünf Millionen Rentner sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet – Tendenz steigend. Ursächlich hierfür ist das Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes, durch welches der Gesetzgeber die Besteuerung der Renteneinkünfte mit Wirkung zum 01. Januar 2005 geändert hat. Demnach erfolgt bis 2040 eine schrittweise Umstellung des Systems auf das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Dieses legt fest, dass das über die Freibeträge hinausgehende Einkommen in voller Höhe versteuert werden muss. Es wird jedoch nicht jeder Pensionär in der gesetzlichen Rentenversicherung automatisch steuerpflichtig. Zu berücksichtigen ist sowohl das steuerfreie Existenzminimum als auch der abzugsfähige Festbetrag. Darüber hinaus können Versicherungsprämien und andere Kosten steuermindernd geltend gemacht werden.

Höhe des steuerpflichtigen Anteils

Wie hoch der steuerpflichtige Anteil des Renteneinkommens ist, wird durch das Jahr des Rentenbeginns bestimmt. Seit dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes erhöht er sich um zwei, ab 2020 nur noch um ein Prozent pro Jahr. Dabei greift das Kohortenprinzip: Der einmal festgelegte Prozentsatz gelangt für die gesamte Dauer des Rentenbezugs zur Anwendung. Wer 2005 in Rente ging, muss seine jährliche Bruttorente demnach auch heute noch zu 50 Prozent versteuern – die andere Hälfte bleibt steuerfrei. Der Rentnerjahrgang 2012 hingegen muss auf 64 Prozent seiner Einkünfte eine Besteuerung hinnehmen. Im Vorfeld aber konnte er im Gegenzug Beiträge zur Altersvorsorge besser absetzen.

Abgabe der Steuererklärung

Wie andere Bürger auch sind Rentner sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, sobald eine Steuerpflicht besteht. Senioren, die eine Pension auf Lohnsteuerkarte beziehen oder ihre gesetzliche Rente durch die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit aufstocken, müssen zum Stichtag eine Steuererklärung abgeben, wenn eine Versteuerung in den Klassen IV, V oder VI stattgefunden hat und die Einkünfte gewisse Freigrenzen überschritten haben. In diesem Rahmen sind auch Lohnersatzleistungen, Mieten und Einkünfte aus anderen Quellen zu berücksichtigen. Bei Rentnern, die weder eine Pension noch einen Lohn auf Steuerkarte beziehen, wird die Steuererklärung nur dann fällig, wenn die Summe aus gesetzlicher Rente, Rürup- oder Riester-Rente und Firmenrente über dem jährlichen Freibetrag liegt. In die Berechnung sind dabei auch Firmenrenten ohne Steuerkarte, Renten aus privaten Versicherungen und Einnahmen aus Miete, Pacht oder selbstständiger Arbeit einzubeziehen. Darüber hinaus ist die Abgabe zur Steuererklärung verpflichtend, wenn eine getrennte Veranlagung vorliegt, eine Abgeltungssteuer für Kapitaleinkünfte abgeführt oder ein Verlust im vorigen Jahr festgestellt werden muss. Wer unterhalb der Freigrenzen bleibt, muss keine Steuererklärung abgeben. Er kann sich allerdings freiwillig dazu entscheiden. Dieses Vorgehen ist grundsätzlich zu empfehlen: Nur so lässt sich schon früh Gewissheit erlangen.

Eine Befreiung ist möglich

Der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung sollten Rentner in jedem Fall nachkommen. Tun sie dies nicht, droht die Schätzung durch das Finanzamt. Auch mit der Forderung eines Verspätungszuschlags muss gerechnet werden. Bei der Erstellung der Steuererklärung hilft eine gute Steuersoftware (z.B. Taxman für Rentner und Pensionäre): Sie führt schnell und einfach durch die komplizierte Berechnung und berücksichtigt dabei auch die absetzbaren Kosten, die eine Minderung der Rentenhöhe bewirken. Auf diese Weise wird es Rentnern oftmals möglich, sich von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung befreien zu lassen (zum Anbieter).

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