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Auf dem Po sitzt er ja: Ältere Damen kneifen Samuel Koch in die Wange

Das nennt sich wohl Höchststrafe für behinderte Menschen.

Ausnahmsweise ganz ernst: Samuel Koch sprach heute als Schirmherr des Kurzfilmwettbewerb "ganz schön anders" in der Humboldt-Schule in Hannover  (Foto: Peter Steffen/dpa)

Ausnahmsweise ganz ernst: Samuel Koch sprach heute als Schirmherr des Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“ in der Humboldt-Schule in Hannover (Foto: Peter Steffen/dpa)

Samuel Koch (26), der seit seinem Unfall bei „Wetten, dass…?“ im Rollstuhl sitzt, stößt immer wieder auf Barrieren in den Köpfen seiner Mitmenschen. Manche Leute redeten bewusst langsam mit ihm, erzählte er am Montag in Hannover. „Es gibt Leute, die von einer körperlichen Behinderung ganz schnell auf eine geistige Behinderung schließen.“

Schirmherr eines Schülerfilmwettbewerbs

Der Schauspiel-Student ist Schirmherr eines Schülerfilmwettbewerbs mit dem Motto „Ganz schön anders. Für Inklusion gegen Ausgrenzung“ (ROLLINGPLANET berichtete). Das Thema liege ihm aus nachvollziehbaren Gründen am Herzen, sagte Koch. „Ich merke im Alltag, wie man an Barrieren stößt, auch an Barrieren in den Köpfen der Menschen.“ So habe er schon ältere Damen erlebt, die sich zu ihm runterbeugten, ihn in die Wange kniffen und bedauerten.

Heute Workshop in Hannover

Samuel Koch war im Dezember 2010 in der ZDF-Show als Wettkandidat beim Sprung über fahrende Autos so schwer gestürzt, dass er querschnittsgelähmt blieb. Ungeachtet dessen setzt er sein Schauspiel-Studium in Hannover fort, dreht Filme und hält Lesungen. Am Montag gab er bei einem Workshop in einem Gymnasium Schülern Tipps für den Filmwettbewerb.

(dpa)

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6 Kommentare

  • Die Veränderungs-Lotsin

    Aber sich als älterer Mensch selbst über Diskriminierung aufregen… 🙁

    30. September 2013 at 16:33
  • Michael Ziegert

    Im übrigen: Es ist genauso bescheuert, einem erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung in die Wange zu kneifen.

    30. September 2013 at 17:42
  • Michael Ziegert

    Aber im Ernst:
    Wirklich fatal ist, dass viele Rollstuhlfahrer sich eben wegen solcher Erfahrungen von Menschen mit geistiger Behinderung abgrenzen, nicht „in die gleiche Schublade“ gesteckt werden wollen. Und auch das ist ebenso traurig wie unangemessen.

    30. September 2013 at 17:45
  • Ingrid Gerber

    gut, dass so etwas öffentlich wird. Leider werden genau diese Damen aber wahrscheinlich eher nicht bei facebook unterwegs sein… 🙁

    1. Oktober 2013 at 06:08
  • georg merklein

    was wollen diese notgeilen fregatten denn von dem armen kerl…

    5. Oktober 2013 at 16:13
  • Gisela Maubach

    Als Mutter eines erwachsenen – geistig schwerst(!)behinderten – jungen Mannes danke ich Michael Ziegert von ganzem Herzen für die Feststellung, dass man auch Menschen mit geistiger Behinderung nicht in die Wange zu kneifen hat!!!
    Dieses Beispiel mit dem Kneifen in die Wange macht deutlich, dass wir sogar innerhalb der Behinderten-Bewegung noch sehr weit von inklusivem Denken entfernt sind, denn anstatt so ein Kneifen in die Wange grundsätzlich zu kritisieren, wird durch die Abgrenzung zu Menschen mit geistiger Behinderung ganz offensichtlich akzeptiert, dass das bei Menschen mit geistiger Behinderung hinnehmbar wäre.

    So gesehen ist es auch nicht verwunderlich, dass die Interessen von Menschen mit geistiger Schwerstbehinderung grundsätzlich nicht vertreten werden, denn je weniger man sich mit anderen identifizieren möchte, desto weniger thematisiert man auch deren Benachteiligungen.

    Nur darf auch niemand von einer umgesetzten Inklusion sprechen, solange Menschen mit schwersten geistigen Behinderungen diejenigen sind, von denen man sich abgrenzen will!

    19. Oktober 2013 at 18:19

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