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Aufgedeckt: Warum auch junge Menschen Parkinson bekommen

Mutation schuld bei unter 40-Jährigen: Defektes Gen führt zu erhöhter Glutamat-Konzentration sowie Zelltod.

Michael J. Fox, hier mit seiner Ehefrau Tracy Pollan, musste 2000 wegen Parkinson seine Karriere als Schauspieler aufgeben (Foto: EPA/Paul Buck/dpa)

Michael J. Fox, hier mit seiner Ehefrau Tracy Pollan, musste 2000 wegen Parkinson seine Karriere als Schauspieler aufgeben (Foto: EPA/Paul Buck/dpa)

Das zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto di Neuroscienze hat in Zusammenarbeit mit dem Istituto Auxologico Italiano sowie Forschungseinrichtungen in Frankreich und Japan die Hintergründe für das Auftreten von Parkinson bei jüngeren Menschen aufgedeckt. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten zur Therapie und einer Verlangsamung des Krankheitsverlaufes.

Gen Park2 hauptverantwortlich

„Die häufigste Ursache des bei unter 40-Jährigen auftretenden Parkinson sind Mutationen des Gens Park2“, sagt Projektleiterin Maria Passafaro. Dieses enthalte die Informationen zur Kodierung des Parkin-Proteins. Die Mutationen behindern die Übertragung des für das zentrale Nervensystem wichtigen Glutamats und führen zum Tod der dopaminergen Neuronen.

Die Identifizierung des Molekularmechanismus ermöglicht künftig Erkenntnisse darüber, ob dieser nicht nur eine Rolle bei der Steuerung der Symptome, sondern auch bei der Verlangsamung der neurodegenerativen Vorgänge spielt. „Tatsächlich scheint das Parkin mit dem ionotropischen Glutamat-Rezeptor zusammenzuwirken und mittels einer Ubiquitinierung die Präsenz in den Neuronen zu steuern“, so Passafaro.

Kainat-Rezeptor Kar sammelt sich

Patienten mit einer Genmutation des Park2 verlieren laut den Wissenschaftlern die normale Funktion des Parkins. Dies hat zur direkten Folge, dass eine pathologische Ansammlung des Kainat-Rezeptors Kar stattfindet. Dieser wiederum bewirkt eine erhöhte Glutamat-Konzentration in den Neuronen und führt durch eine Störung der synaptischen Aktivität schließlich zum Zelltod.

Einzelheiten sind in der internationalen Fachzeitschrift „Nature Communication“ erschienen.

(pte)

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