Baden-Württemberg führt Notruf-SMS für Gehörlose ein

Betroffene kritisieren das neue System: „Noch zu kompliziert“.

Innenminister Reinhold Gall (SPD) (Foto: Innenministerium Baden-Württemberg)

Innenminister Reinhold Gall (SPD) (Foto: Innenministerium Baden-Württemberg)

Im Notfall können Gehörlose im Südwesten künftig per SMS Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst verständigen. Das neue System soll hör- und sprachbehinderten Menschen helfen, die keinen Notruf über die Rufnummern 112 oder 110 absetzen können, sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Donnerstag in Stuttgart. Für sie gab es bisher nur die Möglichkeit, über ein spezielles Faxformular im Notfall Hilfe anzufordern.

Gehörlose im Land kritisieren das neue System. „Die Lösung ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch zu kompliziert“ sagte Marcel Karthäuser, Vorsitzender des Landesverbandes des Schwerhörigenbundes.

Der Knackpunkt: Sämtliche SMS-Notrufe aus dem Land sollen bei den Leitstellen der Polizei und Feuerwehr in Stuttgart einlaufen. Das wird aber nicht über die Notrufnummern 110 und 112 funktionieren. Stattdessen müsse die Kurzmitteilung an spezielle Telefonnummern geschickt werden, wie auch Minister Gall erläuterte. Als bessere Lösung schlug Karthäuser eine Notruf-App vor.

(dpa/lsw)

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