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Baden-Württemberg vergibt erstmals Landesinklusionspreis

In vier Kategorien werden Preisträger ausgezeichnet, die sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzen.

Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) (Foto: dpa)

Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) (Foto: dpa)

Vor einer knappen Stunde meldete ROLLINGPLANET, dass Brandenburg einen neuen Inklusionspreis auslobt (für Projekte, bei denen das Konzept „Design für alle“ realisiert wird). Nun kündigt auch Baden-Württemberg einen Landesinklusionspreis an, wenngleich mit etwas breiterer Ausrichtung. Im Gegensatz zu dem neuen Bundesland sind die Stuttgarter zudem richtig großzügig, was die Dotierung anbetrifft – was man sich aber locker leisten kann, wenn 11.600 Lehrer gestrichen werden sollten.

Sozialministerin Katrin Altpeter, Kultusminister Andreas Stoch und Landes-Behindertenbeauftragter Gerd Weimer haben heute diese Auszeichnung angekündigt. In vier Kategorien sollen Einzelpersonen, Organisationen, Einrichtungen, Träger, Schulen oder Vereine ausgezeichnet werden, die sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Baden-Württemberg einsetzen. Bewerbungen sind ab sofort bis Ende Februar 2014 möglich.

Für Inklusion und Teilhabe

„Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen willkommen sind und selbstverständlich gleichberechtigt teilhaben“, betonten die drei Initiatoren bei der Vorstellung des Preises in Stuttgart.

„Viele Menschen in unserem Land engagieren sich schon seit langem dafür, Inklusion und Teilhabe zu verwirklichen. Sie sind Vorbilder und ihre Bemühungen um ein gutes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung verdienen besondere Anerkennung. Deshalb haben wir den Landesinklusionspreis ins Leben gerufen“, so Ministerin Altpeter, Minister Stoch und Landes-Behindertenbeauftragter Weimer.

Der Inklusionspreis wird in den vier Kategorien „Wohnen“, „Arbeiten“, „Freizeit, Kultur und Sport“ sowie „Bildung und Erziehung“ ausgeschrieben. In jeder Kategorie wird ein 1. Preis mit 15.000 Euro, ein 2. Preis mit 5.000 Euro und ein 3. Preis mit 3.000 Euro vergeben. Bis zum 10. Platz werden Anerkennungspreise verliehen.

Die vier Kategorien

  • In der Kategorie „Wohnen“ sollen Menschen, Organisationen oder Projekte ausgezeichnet werden, die die Inklusion dahingehend voranbringen, dass Menschen mit Behinderung die Möglichkeit haben, ihren Aufenthalts- und Wohnort frei zu wählen und in Nachbarschaften und Gemeinden selbstbestimmt und gleichberechtigt am Leben teilzunehmen.
  • Für einen Preis in der Kategorie „Arbeiten“ können sich Personen und Einrichtungen bewerben, die Menschen mit Behinderung dabei unterstützen, den gleichen Zugang zu Arbeit zu haben wie alle anderen Menschen. Zu dem Recht auf Arbeit gehört die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch eigene Arbeit zu verdienen.
  • In der Kategorie „Freizeit, Kultur und Sport“ werden Individuen oder Gruppen ausgezeichnet, die durch ihr Engagement sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt mit anderen Menschen am kulturellen Leben, also an Erholungs-, Sport- und Freizeitaktivitäten teilnehmen und ihr kreatives künstlerisches, intellektuelles und sportliches Potenzial entfalten können.
  • Eine Auszeichnung in der Kategorie „Bildung und Erziehung“ sollen Menschen, Organisationen oder Projekte erhalten, die Menschen mit Behinderung ermöglichen, wie alle anderen Menschen auch durch allgemeine oder berufliche Bildung ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität zur Entfaltung zu bringen und sie zur Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen.

Preisgelder sind zweckgebunden

Ministerin Altpeter, Minister Stoch und Landes-Behindertenbeauftragter Weimer wiesen darauf hin, dass die Preisgelder wieder zurück in die konkrete inklusive Arbeit vor Ort fließen werden: „Bereits bei der Bewerbung verpflichten sich die Bewerberinnen und Bewerber, mögliche Preisgelder für ihre weitere Arbeit für die Stärkung der Inklusion im Land einzusetzen. So kommen die Preisgelder direkt bei denjenigen an, um die es bei der Inklusion vor allem geht.“

Wer die Preise gewinnen wird, darüber entscheidet nach Bewerbungsschluss eine Jury, in der Menschen mit Behinderung und deren Angehörige die Hauptrolle spielen. Vergeben werden soll der Preis im Rahmen einer großen feierlichen Veranstaltung am 18. Juli 2014.

(PM)

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