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Barrierefrei einkaufen: Designpreis für Innenarchitektur-Studenten

Bastian Kanbach studiert an der Fachhochschule Kaiserslautern. In dem vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium ausgelobten Wettbewerb „Universelles Design: Gut zu gebrauchen“ erhielt er einen ersten Preis für sein Projekt „Kassieren neu interpretieren – Beweglicher Einkaufskorb“.

Die Auszeichnung erfolgte in Mainz durch den rheinlandpfälzischen Ministerpräsidenten und Schirmherrn des Wettbewerbs Kurt Beck, der Preise im Gesamtwert von 5000 Euro überreichte. Im Rahmen des Wettbewerbs, prämiert durch die Landesberatungsstelle Barrierefreies Bauen und Wohnen, wurden acht Arbeiten ausgezeichnet, deren Preisträger dem Aufruf gefolgt waren, barrierefreie Produkte für mehr Komfort im Alltag zu entwerfen.

Kurt Beck zeigte sich beeindruckt von den Projekten: „Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben mit ihren Vorschlägen und Ideen viel Kreativität und den Mut zur Innovation bewiesen. Die Beiträge verbindet das universelle Design, was heißt, dass sie allen Menschen uneingeschränkt zu Gute kommen.“

Einkaufen leichter gemacht

Das Siegerprojekt Kategorie Studierende des Kaiserslauterer Studenten Bastian Kanbach, der im 7. Semester Innenarchitektur an der Fachhochschule Kaiserslautern studiert heißt: „Kassieren neu interpretieren – Der bewegliche Einkaufskorb“. Es macht das Ein- und Ausladen des Einkaufswagens überflüssig: Der Korb wird an der Kassenstation angedockt und durch herunterklappbare Seitenteile können die Waren durch das Kassenpersonal entnommen, gescannt und in einen weiteren bereitstehenden Korb gepackt werden.

Der Kunde schiebt das Gestell des Einkaufswagens hinter den Kassenbereich unter den Korb, der vom Kassenpersonal beladen wird. Nach dem Bezahlvorgang wird der Korb auf das Einkaufswagengestell abgesenkt. Nach Verlassen des Marktes kann der Kunde den Korb vom Gestell lösen und in sein Auto laden. Die Höhe des Korbes ist dabei so bemessen, dass ein bequemes und kraftsparendes Einladen problemlos möglich ist.

Weniger Stress für alle

Neben wegfallendem Verpackungsmaterial wie Plastiktüten bietet dieses Projekt weitere Vorteile: Ein stressiges und hektisches Einladen im Kassenbereich seitens der Kunden entfällt, gleichzeitig sitzt das Kassenpersonal in einer ergonomischeren Körperhaltung. Betreut wurde das Projekt von Prof. Dipl.-Ing. Werner Glas, der an der Fachhochschule Kaiserslautern im Fachbereich Bauen und Gestalten in den Lehrgebieten Entwerfen, Produktdesign und Materialtechnologie unterrichtet.

„Der Wettbewerb soll dazu beitragen, dass sich künftige Planer und Gestalter frühzeitig mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigen und auch später bei der Produktentwicklung Wert auf Produkte mit hoher Funktionalität und Gebrauchstauglichkeit legen“, sagt Heide Marie Galle, Leiterin der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen und Initiatorin des Wettbewerbs.

Eine breit aufgestellte Jury aus Architekten, Designern und Vertretern von Behindertenverbänden ermittelte die Gewinner am vergangenen Dienstag, 24. März 2012. Ausgelobt wurde der Wettbewerb durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, die Preisgelder im Gesamtwert von 5.000 Euro stiftet der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz.

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1 Kommentar

  • Helge Blankenstein

    Es ist nicht auszudenken, wie die anderen Arbeiten ausgesehen haben müssen. Dieser Preis, ist der vermutlich blödeste Verbesserungsvorschlag in Sachen „Barrierefreiheit“.
    Herr Kurt Beck, sollte sich zunächst einmal erklären lassen, was der Begriff „Barrierefreiheit“ bedeutet. Eventuell wäre selbst er dann auf den Trichter gekommen, dass dieses Hirngespinst nichts mit Barrierefreiheit zu tun hat.
    Kein kleinwüchsiger, kein contergangeschädigter, kein sehbehinderte, Kein blinder, kein rollstuhlnutzender, kaum ein beinamputierter Kunde hätte von dieser Idee einen Nutzen. Es gibt sehr viel bessere Lösungen, die auch betriebswirtschaftliche Gedanken vereint.
    Solche Preise sind unnötig, die Gelder könnte man für nachhaltige Verbesserungen einsetzen. Aber das Bundesland Rheinland Pfalz, macht ja sehr häufig auf sich aufmerksam, geht es um blödsinnige barrierereduzierende Aktivitäten.
    Wir schlagen vor, dass sich Herr Kurt Beck an einem von unseren Selbsterfahrungsseminaren anmelden sollte. Der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, würde mit Sicherheit solche menschenverachtenden Lösungen nie mehr mit einem Geldpreis auszeichnen.
    Wissen ist Macht – Unwissenheit kann diskriminierend sein!
    Helge Joachim Blankenstein

    29. April 2012 at 19:00

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