Başardık! RSV Lahn-Dill ist im Finale!

Rollstuhlbasketball: Nach bärenstarker Leistung gegen Rom bestreitet der Deutsche Meister das Traum-Endspiel gegen Galatasaray Istanbul. Und was macht eigentlich Zwickau?

Spielszene

Brad Ness (#7) kommt gegen Dirk Köhler zu spät, links beobachten Joey Johnson und Justin Eveson (#11) die Szene (Foto: Armin Diekmann)

(aj) – Başardık! Das heißt auf Türkisch “Geschafft!” (und hoffentlich nicht „erledigt“) – falls der automatische Google-Übersetzer uns nicht angeschwindelt hat.

Der RSV Lahn-Dill steht zum achten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Finale der Champions League, wo er am Sonntag um 12:15 Uhr Ortszeit im Istanbuler Sinan Erdem Dome auf den Lokalmatador und Titelverteidiger Galatasaray Istanbul trifft. Im Halbfinale bezwangen die Wetzlarer nach einem bärenstarken Auftritt Lottomatica Elecom Rom mit 63:42 (17:14/30:26/53:38) und zogen verdient in das Endspiel der europäischen Königsklasse ein.

“Unglaublich gute Verteidigung“

„Unsere unglaublich gute Verteidigung war heute erneut der Schlüssel zum Erfolg. Damit haben wir Brad Ness und Justin Eveson aus dem Spiel genommen“, freute sich nach der Schlusssirene RSV-Trainer Nicolai Zeltinger über den couragierten Auftritt gegen die Römer mit ihren beiden australischen Weltmeistern und Paralympicssiegern.

Zu Beginn drehten die Mittelhessen ein frühes 0:4 (1.) in ein 11:6 (5.), ehe sich ein Spiel auf des Messers Schneide entwickelte. Kapitän Joey Johnson konterte mit einem Drei-Punkte-Spiel das 17:18 (13.) durch den Franzosen Audrey Carol, ehe dieser mit seinem dritten Foul frühzeitig in Schwierigkeiten kam.

Vorteile erst im dritten Viertel

Spielszene

Eingekesselt, v.l.: Amine Moukhariq, Michael Hartnett, Brad Ness, Justin Eveson und Audrey Cayol: Joey Johnson (#8) (Foto: Armin Diekmann)

Dennoch ließ die lange Garde der Italiener nur wenige Offensiv-Rebounds des RSV unter dem eigenen Korb zu, so dass der vierfachen Champions League Sieger aus Mittelhessen noch nicht die Oberhand gewinnen konnte.

Erst im dritten Viertel, als sich die Defensive der Wetzlarer einem Schraubstock ähnlich enger und enger um Lottomatica zog, war der Weg ins ersehnte Champions League Endspiel geebnet. Ein spektakuläres Passspiel zwischen Steve Serio und Vollstrecker Johnson sorgte für das 40:30 (25.).
Schon wenige Sekunden später waren die Römer zu ihrer zweiten Auszeit gezwungen, als auch Steve Serio trotz Foulspiel das 42:30 erzielen konnten und den fälligen Freiwurf noch oben drauf setzte.

Als Routinier Dirk Köhler unter dem Jubel der mitgereisten Fans dann das 55:38 (32.) für seine Farben erzielen konnte, nutzte den Südeuropäern auch die nun ausgepackte Brechstange nichts mehr. Das Kollektiv aus Mittelhessen hatte die Einzelkünstler aus der Ewigen Stadt in ihre Schranken verwiesen.

Galatarasay Istanbul überzeugt

Im Finale von Istanbul trifft der RSV nun am Sonntag auf Lokalmatador Galatarasay Istanbul, der sich von Überraschungs-Halbfinalist Madrid nicht von seinem Ziel Titelverteidigung abbringen ließ und das Team aus der spanischen Hauptstadt mit 96:67 abfertigte.

Rom: Audrey Cayol (12), Brad Ness (12), Justin Eveson (10), Michael Hartnett (4), Amine Moukhariq (4), Cristian Ceracchi (n.e.), Sergio Cherubini (n.e.), Kathleen O´Kelly-Kennedy (n.e.), Camel Megrini (n.e.), Moreno Paggi (n.e.),Giuliano Patarca (n.e.), Mauro Pennino (n.e.).

Lahn-Dill: Steve Serio (25), Michael Paye (19/1 Dreier), Joey Johnson (9), Dirk Köhler (8), Mina Mojtahedi (2), Thomas Böhme (n.e.), Thomas Gundert (n.e.), Jan Haller (n.e.), Wataru Horie (n.e.), Gesche Schünemann (n.e.), Marco Zwerger (n.e.).

Und Zwickau?

Der zweite deutsche Vertreter beim Champions League Finale ist in der Vorrunde ausgeschieden. Alle drei Gruppenspiele wurden verloren: gegen Lottomatica Elecom Rom (50:69), Galatasaray Istanbul (54:92) und Capital Aces London (52:70). Sakın üzülme! trösten Euch ROLLINGPLANET und Google (“Nicht traurig sein!”).

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1 Kommentar

  • M.D.

    Das türkische Wort ist vollkommen korrekt, sogar mit den richtigen Sonderzeichen 🙂

    14. Mai 2012 at 21:04

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