Bayerns Gesundheitsministerin fordert mehr behindertengerechte Praxen

Behindertenverbände wissen es schon seit langem: Betroffene müssen oft lange nach erreichbaren Ärzten suchen.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im neuen Operations-Zentrum am Klinikum am Bruderwald in Bamberg (Foto: CSU)

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im neuen Operations-Zentrum am Klinikum am Bruderwald in Bamberg (Foto: CSU)

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) fordert mehr behindertengerechte Arztpraxen im Freistaat. Sondereinrichtungen wie die gynäkologischen Spezialambulanzen für Rollstuhlfahrerinnen in Dachau und Erlangen schlössen zwar eine Versorgungslücke, sagte Huml. „Ich würde mir aber wünschen, dass im Lichte eines Paradigmenwechsels hin zur Inklusion noch mehr ,ganz normale‘ Angebote im Gesundheitsbereich barrierefrei nutzbar werden und auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Menschen ausgerichtet sind.“

Behindertenverbände beklagen seit langem, dass viele Praxen für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich sind. Schon eine einzige Stufe vor der Eingangstür könne ein unüberwindbares Hindernis sein. Auch Sehbehinderte oder kognitiv eingeschränkte Menschen stoßen vielerorts auf Barrieren.

Betroffene müssen oft lange nach geeigneten Ärzten suchen: Bei den Frauenärzten etwa arbeiten nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur 266 von bayernweit 1826 Fachmedizinern in Praxen, die nach ihrer eigenen Einschätzung barrierefrei sind. Zuständig für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung Behinderter ist die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns.

(dpa)

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2 Kommentare

  • Stefan Frech

    Nicht fordern sondern machen

    14. April 2015 at 14:08
  • Lieschen Müller

    es werden sogar Ärztehäuser gebaut..da gibt es 15 Ärzte drin aber kein ein ziges WC für Rollifahrer .. was macht der Rolli wenn er dann noch 3 Stunden im Wartezimmer sitzt ?? das ist doch echt unverschämt…..

    14. April 2015 at 20:57

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