Bayerns Sozialministerin fordert von den Medien mehr Engagement für Menschen mit Behinderung

Gebärdensprachdolmetscher, Live-Untertitelung, Leichte Sprache: Müller mahnt Ausbau von barrierefreien Angeboten an.

Die bayerische Ministerin für Arbeit und Soziales, Famile und Integration, Emilia Müller (CSU) (Foto: Nicolas Armer/dpa)

Die bayerische Ministerin für Arbeit und Soziales, Famile und Integration, Emilia Müller (CSU) (Foto: Nicolas Armer/dpa)

Die Pressekonferenz zur Eröffnung der ConSozial 2016 – Deutschlands größte Kongressmesse für den Sozialmarkt, die am 26. und 27. Oktober in Statt stattfand – wurde erstmals von Gebärdensprachdolmetschern begleitet. Dadurch wurde es auch Journalistinnen und Journalisten mit Hörbehinderung ermöglicht, teilzunehmen. Die Idee zu dieser Verstärkung hatte die bayerische Behindertenbeauftragte Irmgard Badura.

„Ich wünsche mir sehr, dass dieser Impuls nicht nur bei uns Wirkung zeigt, sondern auch bei den Medien. Programme für Menschen mit Behinderung erlebbar zu machen, ist heute sehr viel einfacher als noch vor zehn Jahren,“

appellierte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) an die anwesende Presse und verwies auf Online-Gebärdensprachdolmetscher, Live-Untertitelung, Leichte Sprache oder barrierefreie Internetseiten mit Vorlesefunktion. All diese Instrumente sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderung nicht länger von der Mediennutzung ausgeschlossen sind.

„Und auch, wenn es schon Angebote in diese Richtung gibt, wünsche ich mir einen weiteren Ausbau – sowohl in den öffentlich-rechtlichen als auch den privaten Medien“, so Müller weiter.

Darüber hinaus erneuerte die Ministerin auf der ConSozial ihre Kritik am neuen Bundesteilhabegesetz. Der Entwurf sieht zahlreiche Änderungen vor, die Menschen mit Behinderung ein besseres Leben ermöglichen. Derzeit kann es aber auch zu Verschlechterungen kommen, besonders für Menschen mit Behinderung in stationären Einrichtungen. „Unser Ziel ist es, das Leben der Menschen mit Behinderung zu verbessern. Verschlechterungen werden wir nicht zulassen. In der letzten Woche haben wir dementsprechende Anträge in den Bundesrat eingebracht“, so Müller abschließend.

(RP/PM)

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