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Behinderte Menschen fordern mehr barrierefreie Mobilität bei der Bahn

Sie bekommen dabei Unterstützung vom niedersächsischen Landesbeauftragten für behinderte Menschen, Karl Finke. Die Deutsche Bahn betont dagegen, wie behindertenfreundlich sie sei.

Karl Finke

„Das kommende Jahr 2012 wird der Landesbehindertenrat zum ‚Jahr der Inklusion’ ausrufen und sich mit entsprechenden Aktionen einbringen.“

Das kündigte der Landesbeauftragte für behinderte Menschen Karl Finke während seiner Jahresabschlussveranstaltung am 13. Dezember in Hannover an. Unter dem Motto „Mobilität – Vergangenheit und Zukunft“ besichtigten in diesem Rahmen mehr als 50 behinderte Menschen und Vertreter von Selbsthilfegruppen und Behindertenverbänden aus ganz Niedersachen den Hauptbahnhof der Landeshauptstadt Hannover.

Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) verpflichte dazu, an allen Stellen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, Barrieren abzubauen, führte Karl Finke aus. Ein konkreter Beitrag im Aktionsplan der Bundesregierung zur BRK wurde z.B. dadurch geliefert, dass für behinderte Menschen unter bestimmten Voraussetzungen die kostenfreie Bahnbenutzung durchgesetzt wurde. „Mobilität und Barrierefreiheit sind zwei Teilhabeansprüche aus der BRK, die für diese Veranstaltung einen wesentlichen Schwerpunkt bilden“, betonte der Landesbeauftragte.

Deutsche Bahn verspricht „zügig Abhilfe“

Die Veranstaltungsteilnehmer übergaben Vertretern der Deutschen Bahn (Andreas Sommer – Bahnhofsmangement, Alfons Kruse – Schwerbehindertenvertretung, Ursel Koth – Bundeseisenbahnvermögen) Anregungen zur Optimierung der Barrierefreiheit anhand konkreter Beispiele. Die Vertreter der Deutschen Bahn versprachen, diese Anregungen an die zuständigen Stellen weiter zu tragen, damit zügig Abhilfe geschaffen werden könne.

Andreas Sommer sagte eine Weiterentwicklung des seit der Expo 2000 bestehenden hohen barrierefreien Standards in Zusammenarbeit mit behinderten Menschen zu.
Neben der erreichten Beschäftigungsquote behinderter Menschen von über 8 Prozent wolle die Bahn weitere 50 schwerbehinderte Jugendliche einstellen, so Alfons Kruse.

„Das Thema barrierefreie Mobilität ist eine ständige Herausforderung für alle Beteiligten,“ stellte Karl Finke fest. „Grundlage für eine Weiterentwicklung ist der ständige Dialog auf Augenhöhe der zuständigen Stellen mit den Betroffenen selbst, denn sie sind die Fachleute in eigener Sache.“

Zum gegenseitigen Kennenlernen und der dazu erforderlichen Vernetzung habe die Jahresabschlussveranstaltung erfolgreich beigetragen.

Finke verabschiedete seine Gäste mit dem Versprechen, den Dialog mit der Deutschen Bahn aktiv zu unterstützen und weitere gemeinsame Ziele im Sinne der BRK zu definieren.

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