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Behinderte produzieren Bauteile für Rüstungsindustrie

Eine ekelhafte Nachricht aus Cuxhaven. Lebenshilfe will nichts davon gewusst haben.

Die Rüstungsfirma Chemring Defense lässt seit Jahren in der Behindertenwerkstatt Cuxhaven produzieren (Foto: iwdn)

Die Rüstungsfirma Chemring Defense lässt seit Jahren in der Behindertenwerkstatt Cuxhaven produzieren (Foto: iwdn)

Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt in Cuxhaven (Niedersachsen) haben mindestens seit 2006 ohne ihr Wissen Bauteile für das Rüstungsunternehmen Chemring Defence hergestellt. Sie hatten zuletzt für das Bremerhavener Unternehmen im Februar 15.000 Teile montiert, die in Bodenleuchtkörper eingesetzt werden.

Dass es sich um Leuchtminen für die Bundeswehr und nicht etwa für die Seenotrettung handelte, erfuhr die Lebenshilfe nach eigenen Angaben erst im Nachhinein. „Leuchtkörper sind erstmal nicht verwerflich, aber dass sie im Einsatz verwendet werden, finden wir nicht gut“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Lebenshilfe, Michael Schreckenberger, am Freitag.

Die Armee nutzt solche Leuchtminen, um Lagerplätze von Soldaten zu markieren und das militärische Gefechtsfeld zu beleuchten.

(RP/dpa/lni)


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9 Kommentare

  • Raul Krauthausen

    Das ist ein selbsterhaltendes System 🙁

    19. Juli 2013 at 12:44
  • Michael Ziegert

    Vielleicht haben sie es ja wirklich nicht gewusst. Und trotzdem ist es ein Zeichen für eine Fehlentwicklung, wenn WerkstattleiterInnen Aufträge über die Lohnfertigung von Produkten annehmen, von denen sie selber nichts wissen. Das macht die Seelenlosigkeit von Lohnfertigung sichtbar.
    Werkstätten sollten eigentlich auch den Wert einer Arbeit vermitteln, sollten ihren MitarbeiterInnen deutlich machen, wozu Menschen überhaupt arbeiten, warum es Freude und Stolz bereiten kann zu arbeiten.
    Wenn aber schon die Werkstattleitung nicht weiß, was sie da produziert, wie sollen denn da noch Werte vermittelt werden?
    Um es klar zu sagen: Ich finde WfbM gut und wichtig. Aber die ausufernde Lohnfertigung führt in die falsche Richtung.

    19. Juli 2013 at 12:57
  • Yeah Wasgeht

    Touché 🙂

    19. Juli 2013 at 12:59
  • Michael Ziegert

    Das ist übrigens nicht das erste Mal. Bei einer Diakonischen Einrichtung hat man es auch schon erlebt, dass Waffenteile hergestellt wurden:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.behinderte-fertigen-waffenteile-unter-dem-dach-der-kirche-wird-an-waffen-gebaut.d674bdd3-ae6a-4782-8787-2552f9128fe3.html

    19. Juli 2013 at 13:11
  • Peter Gerstenberger

    Dies ist nichts neues. Auch das die betreffende WfbM – Träger Lebens-hilfe Cuxhaven – nichts davon gewusst haben soll. Der Träger muß sich ernsthaft gedanken machen, dass er nicht Mörder-hilfe genannt wird

    19. Juli 2013 at 14:14
  • Willi Schroeder

    Behinderte werden jetzt schon zur Ausrottung der eigenen Art ge (miss) braucht … Und Ulla Schmidt (Gesundheitsministerin a.d.) jetzt Bundesvorsitzende der Lebenshilfe wieder an vorderster Front 😉

    19. Juli 2013 at 14:55
  • Mario Botezat

    Man sollte sich ernstahft mal fragen, ob das in sinne der Beschäftigten zulässig ist, das sie jetzt auch schon für die Rüstungindustrie die Trecksarbeiten machen müssen. Sowas nenne ich einfach Missbrauch an Menschen mit Handicaps, das kann ich nicht tollerieren und der Gesetzgeber schaut munter darüber weg wenn Menschen mit Handicaps missbraucht werden.

    19. Juli 2013 at 16:56
  • Jakob Schwöbli

    Das erinnert mich an was grübel…..grübel…. ach ich hab es…..an denn Geschichtsunterricht über das dritte Reich ja ja….. ach ne die Ulla Schnittchen

    29. Juli 2013 at 18:06

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