Behinderte starten bei Nicht-Behinderten? Ausgerechnet Rehm-Trainerin ist dagegen

„Vanessa Low würde bei den Olympischen Spielen mit einem Abstand von fünf Sekunden ins Ziel kommen, das wäre sicherlich nicht nicht zielführend“.

Steffi Nerius und Markus Rehm beim Training in Leverkusen (Foto: DBS)

Steffi Nerius und Markus Rehm beim Training in Leverkusen (Foto: DBS)

Die frühere Speerwurf-Weltmeisterin und heutige Paralympics-Trainerin Steffi Nerius hat sich gegen die Teilnahme von behinderten Sportlern an Nicht-Behinderten-Wettkämpfen ausgesprochen. Die 44-Jährige trainiert unter anderem den Weitspringer Markus Rehm, der vehement für genau solche Starts bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen kämpft.

„Für Markus wäre das sicherlich eine tolle Sache, weil er mit seinen Weiten bei den Nichtbehinderten mithalten kann. Aber er ist da eine Ausnahme, den allermeisten Athleten würde man damit keinen Gefallen tun“, sagte Nerius in einem Interview auf der Internetseite der Deutschen Sporthilfe. Ein Beispiel sei Sprinterin Vanessa Low, „die mit ihrer Zeit über 100 Meter deutlich unter 16 Sekunden in ihrer Startklasse zur absoluten Weltklasse gehört. Aber bei den Olympischen Spielen würde sie mit einem Abstand von fünf Sekunden ins Ziel kommen, das wäre sicherlich nicht hilfreich und nicht zielführend“.

Nerius fordert außerdem eine engere Verzahnung von Olympischen und Paralympischen Spielen. „Warum muss das Feuer nach den Olympischen Spielen erst erlöschen, und dann kommen die Paralympics 14 Tage später quasi wieder aus dem Nichts?“, sagte sie. „Man sollte die Olympischen mit den Paralympischen Spielen näher zusammenbringen, warum zum Beispiel nicht mit einem symbolischen Staffellauf.“ Die Paralympics in Rio de Janeiro beginnen an diesem Mittwoch.

(RP/dpa)

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