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Behinderte Touris und Senioren, rettet Griechenland!

Hellas setzt auf neue Nischen – unter anderem auf barrierefreie Hotels und Reisen. Von Michael Zehender

Kein Geheimnis, sondern weltberühmt: Parthenon in Athen (Foto: Konstantinos Dafalias/pixelio.de)

Kein Geheimnis, sondern weltberühmt: Parthenon in Athen (Foto: Konstantinos Dafalias/pixelio.de)

Sonne, Meer und gutes Essen – das verbinden die meisten Urlauber mit Griechenland. Die Tourismusverantwortlichen des Landes wollen künftig jedoch die unbekannten Seiten des Landes stärker in den Fokus rücken. „Secrets of Greece“, also Geheimnisse von Griechenland, heißt dementsprechend eine neue Marketingkampagne.

„Griechenland-Urlaub ist mehr als Meer und Inseln“, sagte Tourismusministerin Olga Kefalogianni am Rande der Reisemesse ITB in Berlin (noch bis 9. März). „Wir wollen die Gebiete auf dem Festland, die Berge aber auch kleinere unbekannte Inseln stärker ins Bewusstsein rufen.“

Anders, als viele denken: Athen

Auch die Städte des Landes sollen nach dem Willen von Kefalogianni besser vermarktet werden. „Athen zum Beispiel ist eine sehr moderne Stadt“, sagte die Ministerin – nur wüssten das viele nicht. Es gebe viele Szeneviertel und eine sehr moderne Kulturszene. „Viele sehen die Stadt nur als Stadt der Antike. Wir wollen, dass auch jüngere Leute kommen.“

Neben unbekannten Regionen hat Kefalogianni auch Nischenmärkte im Blick: Agrotourismus, Medizintourismus, Wellness. Dadurch soll auch die bisher starke Saisonabhängigkeit weniger werden.

Fleisch-Markthallen in der Athener Altstadt (Foto: ro18ger/pixelio.de)

Fleisch-Markthallen in der Athener Altstadt (Foto: ro18ger/pixelio.de)

In der Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise war Griechenlands Tourismus eingebrochen. Das ist jedoch Vergangenheit. 2013 war laut Kefalogianni ein Rekordjahr: 17,5 Millionen Reisende kamen ins Land – 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Deutschland ist dabei der wichtigste Markt. Hier betrug das Gästeplus 2013 rund 7,5 Prozent. Und auch der Ausblick für 2014 ist positiv. „2013 war ein Rekordjahr, nach den ersten Anzeichen wird 2014 das nächste Rekordjahr“, kündigte Kefalogianni an.

Viele Angebote sogar schon ausgebucht

Den Aufwärtstrend bestätigen auch die großen deutschen Reiseveranstalter. Als „Gewinner im Sommer 2014“ bezeichnet Tui das Land. „Hellas setzt in diesem Jahr seinen Comeback-Kurs fort, der sich bereits im vergangenen Jahr zeigte und dem von der Wirtschaftskrise gezeichneten Land deutliche Zuwächse bescherte“, so Jürgen Büchy, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV).

Bei einigen Veranstaltern werden sogar schon die Betten knapp. „Das wird definitiv kein Spätbucher-Jahr in Griechenland“, hatte FTI-Chef Dietmar Gunz vor wenigen Wochen gesagt. „Das wird das erste Land, das voll ist.“

Obwohl das Geld knapp ist, will Kefalogianni in die touristische Infrastruktur investieren. „Wir haben bereits begonnen, viele Hotels zu renovieren – das geht auf jeden Fall weiter“, versprach die Ministerin. Vor allem in gut ausgestattete Hotels soll dabei investiert werden, sagte Andreas Andreadis, Chef der privatwirtschaftlichen Initiative Marketing Greece. So soll der Anteil der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels in den kommenden Jahren von derzeit 40 auf dann 60 Prozent steigen.

Thema Barrierefreiheit entdeckt

Landschaft des Peloponnes

Landschaft des Peloponnes

Mehr als 20 große Neubauprojekte seien derzeit in der Pipeline, so Kefalogianni. Dabei handele es sich um große Urlaubsanlagen, die Hotels, Zweitwohnungen, Golfplätze, Häfen und Spas umfassen. Sie sollen vor allem auch in den bislang touristisch weniger erschlossenen Regionen entstehen, wie zum Beispiel auf dem Peloponnes. Auch das Thema Barrierefreiheit spiele eine große Rolle. Hotels, die sich auf Behinderte und ältere Menschen einstellen, erhielten ein neues Siegel.

Auch in den Service werde investiert, so Kefalogianni. Zum Beispiel werde derzeit die Ausbildung für Beschäftigte im Tourismussektor überarbeitet. Marketing-Aktivitäten sind dagegen nur sehr beschränkt möglich. „Wir müssen uns da sehr stark konzentrieren“, so Kefalogianni.

Vor allem online und in den sozialen Medien seien verstärkt Aktivitäten geplant. Dazu passt auch, dass Marketing Greece auf der ITB die Webseite www.discovergreece.com freischaltete. Sie ist ab Ende März auch in deutscher Sprache verfügbar. Bislang gab es eine solche Homepage nicht.

(dpa, Foto Peloponnes: Wikipedia/Oliver Deisenroth. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.)

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