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Behindertenbeauftragte kritisiert ungleiche Behandlung von Sportlern

Vor Beginn der Paralympics in London plädiert die bayerische Behindertenbeauftragte Irmgard Badura für eine bessere Förderung behinderter Sportler.

Irmgard Badura, Bayerns Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung (Pressefoto)

„Die Förderung muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, die Leistungssport und Breitensport umfasst“, sagte Badura in München der Nachrichtenagentur dapd. Behinderte Menschen seien bisher vor allem im öffentlichen Dienst von der Leistungssportförderung ausgeschlossen, klagte Badura. Privates Engagement allein könne diese Lücke in der Förderung nicht schließen.

Auch bei der Finanzierung und der Vergabe von Preisgeldern gebe es zu große Unterschiede. „Deshalb sind behinderte Sportler klar benachteiligt“, schimpfte die Behindertenbeauftragte. Hier müsse ein Umdenken stattfinden, forderte sie.

Erfreulich sei allerdings, dass die paralympischen Wettkämpfe seit Wochen ausverkauft und in diesem Sommer zusammen mit den Olympischen Spielen beworben worden seien, lobte Badura. Dadurch würden behinderte und nichtbehinderte Athleten gleichwertig wahrgenommen. „Das tut so gut. Denn oft werden wir in der Öffentlichkeit darauf reduziert, was wir nicht können“, sagte sie weiter.

Besonders bei behinderten Sportlern sei der olympische Gedanke ausgeprägt. Es gehe natürlich darum, Leistung zu zeigen. Die soziale Komponente sei für die Athleten aber mindestens genauso wichtig: „Ich gebe mein Bestes, und darüber kann ich mich freuen und alle anderen auch“, beschrieb Badura die Grundidee. Je größer das Publikum, desto größer sei auch das Zeichen der Wertschätzung für die behinderten Sportler.

An den Spielen in London vom 29. August bis 9. September nehmen insgesamt 150 deutsche Athleten teil, 18 davon kommen aus Bayern.

(dapd)


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