Behindertenbeauftragte wegen Facebook-Hetze abgesetzt

Wie konnte es kommen, dass eine bis dahin hoch gelobte Frau im (un)sozialen Netzwerk durchdreht?

Barbara Ast

Barbara Ast

Wegen hetzerischer Äußerungen in Facebook zu Flüchtlingen und Asylpolitik ist die Behindertenbeauftragte des Main-Spessart-Kreises (Bayern), Barbara Ast, vorläufig von ihren Aufgaben entbunden und innerhalb der Behörde versetzt worden.

Zu diesem Schritt sah sich Landrat Thomas Schiebel am Montag nach einem Gespräch mit der 62-Jährigen veranlasst. Derartige Äußerungen seien nicht tolerabel und akzeptabel, so Schiebel in einem Interview mit dem „Main-Echo“. Es würden derzeit in Abstimmung mit dem kommunalen Arbeitgeberverband arbeitsrechtliche Konsequenzen geprüft.

Die Frau habe zwar die Wortwahl, nicht aber den Inhalt bereut, sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Dienstag in Karlstadt. So bezeichnete sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als „IS-gesteuerte Schläferin“, wetterte über die „elende Drecksregierung“ und schimpfte gegen griechische „Parasiten“ und Flüchtlinge.

In den vergangenen sieben Jahren als Behindertenbeauftragte hatte Ast viel Anerkennung erhalten. Noch vor zwölf Monaten lobte Schiebel ihre „rührige Arbeit“ und bestätigte die Mutter von zwei erwachsenen Kindern bis 2020 in ihrem Amt. Ast, die nach der Mittleren Reife zwei Berufe lernte (Technische Zeichnerin und Kinderpflegerin), betreute früher geistige Behinderte und blinde Kinder sowie Erwachsene. Seit einer Tumorerkrankung 1999 ist Ast selbst schwerbehindert.

(RP)

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3 Kommentare

  • Carmen Jarosch

    versetzt? entlassen gehört sie-aber sind ja unantastbar

    29. Oktober 2015 at 13:56
  • Daniel Schreiner

    Entlassen muss sie werden. Nicht auch noch von unseren Steuergeldern leben. Wer Den Staat nicht schätzt, darf nicht von ihm leben.

    29. Oktober 2015 at 21:28
  • Pflegeperson

    Meinungsfreiheit gibt es leider nicht mehr.

    9. Januar 2016 at 09:20

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