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Behindertenparkplätze: Amputierter Oberschenkel und kaputte Arme reichen nicht

Urteil: Die Sonderparkberechtigung gilt nur für Schwerstbehinderte.

(Foto: iRoll4u)

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Gaaaaanz so streng wäre ROLLINGPLANET nicht gewesen, da wir mit anderen Behinderten doch gerne teilen, aber nichts da: Nur Schwerstbehinderte können Anspruch auf eine Sonderparkberechtigung erheben. Das geht aus einem Urteil des Landessozialgerichtes Halle hervor. Es wies die Klage eines Mannes mit einem amputierten Oberschenkel und Behinderungen an beiden Armen ab (Az. L 7 SB 29/10).

Unser Kollege wollte die Anerkennung einer sogenannten außergewöhnlichen Gehbehinderung einklagen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Die muss für eine Sonderparkberechtigung vorliegen.

Sie gilt jedoch laut Gesetz nur für Menschen mit schwersten Behinderungen, dazu zählen Querschnittlähmungen und Amputationen an beiden Beinen. Da der Mann noch 100 Meter ohne große Pausen gehen könne, reiche das nicht für die Anerkennung einer außergewöhnlichen Gehbehinderung.

(dpa)


Parkplatzschweine


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1 Kommentar

  • Almuth Weishaupt

    Da kommt mir ja schon wieder die Galle hoch,solche Urteile können auch nur gesunde Menschen fällen.Daß es große Unterschiede bei Oberschenkelamputierten gibt,hat wohl noch keiner dieser Herrschaften überlegt.Man kann nicht alle Betroffenen auf gleiche Levels stellen,ich weiß als Betroffene,wovon ich rede.Wenn ich beim Ein-und Aussteigen die Autotüre nicht ganz öffnen kann und mich regelrecht rauswinden muß,dreht sich mein Stumpf im Schaft dermaßen,daß ich nur unter starken Schmerzen und total unsicher laufen kann.In dem Zustand schaffe ich keine 100 m zu laufen,muß erst die nächste Gelegenheit suchen,um die Prothese neu anzuziehen.Leider ist dieses zusätzliche Problem auch nicht zu ändern,da durch jahrelange Vorerkrankung keinerlei Muskulatur in meinem Stumpf vorhanden ist.Deshalb verdreht sich der weiche Stumpf so schnell bei jeder falschen Bewegung.
    Meiner Meinung nach müßte die sicher schon veraltete Liste für die Nutzung der Behindertenparkplätze neu überarbeitet werden und Spielraum für Einzelfälle berücksichtigen.

    28. April 2013 at 19:04

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