""

Behindertensport-Präsident Beucher fordert Ausschluss Russlands

Vize Quade: „Die Ergebnisse des Reports bestätigen die schlimmsten Befürchtungen.“

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher (Foto: Frank Rumpenhorst dpa/lhe)

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher (Foto: Frank Rumpenhorst dpa/lhe)

Nach den „erschreckenden und beispiellosen“ Erkenntnissen aus dem zweiten McLaren-Report zum Staatsdoping in Russland hat Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverband (DBS), die internationalen Sportorganisationen zu einem endgültigen Handeln aufgerufen.

„Das ist der wohl gigantischste Sportbetrug aller Zeiten. Wer jetzt nicht ohne Wenn und Aber aktiv gegen den internationalen Dopingsumpf vorgeht, macht sich mitschuldig“,

sagte Beucher am Freitag.

Bei solch krassen Verstößen würde nur der Ausschluss von Athletinnen und Athleten sowie von Verbänden, die in kaum vorstellbarem Ausmaß betrügen, helfen, sagte Beucher. Mehr als 1000 russische Sportler sind nach Ermittlungen der WADA zwischen 2011 und 2015 Teil einer großangelegten staatlichen Dopingpolitik gewesen. Betroffen von diesem Sportbetrug seien auch die Paralympics 2014 in Sotschi gewesen. Dort sollen von sechs Paralympics-Siegern die Urinproben manipuliert worden sein.

Konsequente Paralympicssport-Funktionäre

Auch DBS-Vizepräsident Leistungssport Karl Quade ist fassungslos angesichts der Dimension der Doping-Praktiken im russischen Sport. „Die Ergebnisse des Reports bestätigen die schlimmsten Befürchtungen. Der Druck auf die internationalen Sportorganisationen steigt dadurch sprunghaft an. Sie müssen jetzt handeln und dürfen nicht nur zugucken“, sagte Quade.

Allerdings gehe es beim Anti-Doping-Kampf längst nicht nur um Russland. „Wenn man in den Statistiken der Welt-Anti-Doping-Agentur sieht, in welchen Ländern wie geprüft wird, dann ist das schon sehr bedenklich. Ich bin der Auffassung, dass Länder, die kein funktionierendes Kontrollsystem nachweisen können, künftig nicht mehr antreten dürfen.“

Auch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat die Ergebnisse des zweiten Doping-Reports über Russland von Ermittler Richard McLaren als „beispiellos und erstaunlich“ gewertet. „Sie treffen direkt in das Herz von Integrität und Ethik des Sports“, hieß es in einer Stellungnahme des IPC.

„Wir stimmen zudem mit ganzem Herzen Professor McLaren zu, dass die beste Strategie nun ist, zusammenzuarbeiten, um das zerbrochene und diskreditierte Anti-Doping-System Russlands zu reparieren“, hieß es weiter. Das IPC hat dazu eine Task Force berufen.

In Rio de Janeiro hatte das IPC – im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee – russische Sportler wegen der Doping-Vorwürfe ausgeschlossen.

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN