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Behindertensport-Präsident Beucher sieht Bentele als Idealbesetzung

„Mit dieser Personalie hat sich die Bundesregierung eine Goldmedaille verdient.“

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa/lhe)

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa/lhe)

Die neue Behindertenbeauftragte Verena Bentele ist für Friedhelm Julius Beucher, den Präsidenten des Behindertensportverbandes (DBS), eine Idealbesetzung. Beucher bewertete den Kabinettsbeschluss, der am Mittwoch in Berlin auf Vorschlag von Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles gefasst wurde (ROLLINGPLANET berichtete), als „erstklassig. Mit dieser Personalie hat sich die Bundesregierung eine Goldmedaille verdient“, meinte Beucher und betonte: „Sie ist ein Signal, dass die Regierung von Angela Merkel der Behindertenpolitik einen hochrangigen Stellenwert einräumt und ihr zusätzlichen Schwung gibt.“

Paralympics-Ikone mit 12 Goldmedaillen

Die Bundesregierung hatte Verena Bentele am Mittwoch zur neuen Behindertenbeauftragten ernannt. „Sie hat immer dann mitzureden, wenn die Belange von Menschen mit Behinderungen betroffen sind. Egal, ob es dabei um Barrierefreiheit, Bildung, Rehabilitation, Teilhabe, Gesundheit oder Pflege geht“, heißt es in einer Mitteilung des Kabinetts. Die 31-jährige Bentele ist von Geburt an blind. Sie war von 1995 bis 2011 Mitglied der Nationalmannschaft im Skilanglauf und Biathlon. Bentele gewann bei Winter-Paralympics insgesamt zwölf Goldmedaillen – allein fünfmal war sie 2010 in Vancouver siegreich.

„Glaubwürdiges Vorbild“ für Behinderte

Nach Meinung von Beucher (SPD-Mitglied) ist die Wahl Benteles auch „ein gewichtiger Beitrag zur Verankerung des Gedankens der Inklusion – also der Gleichbehandlung und Gleichstellung behinderter und nichtbehinderter Menschen im Alltag“.

Für den DBS ist die Weltbehindertensportlerin „nicht nur eine exzellente Repräsentantin des Behindertensports, sondern ein glaubwürdiges Vorbild für alle Menschen mit Behinderung“.

(dpa)

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4 Kommentare

  • Christiane

    Herr Beucher saß von 1990 – 2002 für die SPD im Deutschen Bundestag – dachte diese Info ist für die Einschätzung der Meldung nicht ganz irrelevant.

    15. Januar 2014 at 15:47
  • daniel

    ich fordere Herrn Beucher auf den Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr sofort zu kündigen, auch wenn Herr Beucher
    eigendlich nur konsequent fortsetzt was seine Partei mit der Schande von 1914 begonnen hat.

    15. Januar 2014 at 16:07
  • Jürgen

    Das sollte man vielleicht auch erwähnen, Erklärung vom DBS:

    Dem bisherigen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Behinderten, Hubert Hüppe, dankte DBS-Präsident Beucher für seinen bahnbrechenden Einsatz. Er habe für die Behindertenpolitik, auch für den Behindertensport, Enormes geleistet und damit seiner Nachfolgerin eine „Pole Position“ beschert.

    15. Januar 2014 at 18:45
  • dermoepper

    Ich teile diesen Optimismus nicht, auch wenn ich Frau Bentele persönlich alles gute für ihrer neuen Aufgabe Wünsche.Es ist richtig, Betroffene zu Beteiligten zu machen, aber eine Behinderung zu haben, ist keine Qualifikation an sich.
    Ich wünsche mir, das man Frau Bentele einen/eine erfahrenen Partner zur Seite stellt, der sie in dem Politikbetrieb in Berlin unterstützt.
    Mir ist nicht klar, wie Frau Bentele sich dort tatsächlich durchsetzen soll.
    Frau Bentele hat es geschafft, sich selbstbestimmt ihr Leben zu organisieren, es gibt Hundertausende, die das nicht können, weil das System der Behindertenhilfe dies nicht zulässt.
    Ein große Aufgabe für eine Bundesbehindertenbeauftragte dies zu verändern.Ich wünsche Ihr, das sie wirklich ernst genommen wird und die Chance bekommt, hier wirklich an Veränderungen mitzuwirken, da sie sonst zur „Vorzeigefrau“ degradiert wird, und das weder Sie noch das Amt verdient.

    16. Januar 2014 at 09:48

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