Behindertensportler dopen nicht? Von wegen

Bereits der dritte aktuelle Fall: Zweifacher Paralympicssieger Gallagher für Rio de Janeiro gesperrt.

Michael Gallagher in Siegerpose bei den Paralympics 2012 in London. (Foto: Wikipedia/ustralian Paralympic Committee)

Michael Gallagher in Siegerpose bei den Paralympics 2012 in London. (Foto: Wikipedia/Australian Paralympic Committee)

Nachdem ROLLINGPLANET über den Paralympics-Komplettausschluss russischer Sportler wegen des Vorwurfs systematisch betriebenen Dopings in Russland berichtet hatte, gab es Leser/innen, die fragten: Ist das wirklich ein Thema? Behindertensportler dopen doch gar nicht? Von wegen.

Bereits vor vier Jahren schilderten wir, wie Menschen mit Behinderung betrügen, um sich Vorteile im Medaillenkampf zu sichern (Tabuthema „Boosting“ und elektrogeschockte Hoden). Heute ein aktueller Fall. Der zweimalige Paralympicssieger Michael Gallagher aus Australien ist fünf Tage vor Beginn der Paralympics in Rio de Janeiro wegen vermeintlichen Dopings vorläufig gesperrt worden. Das teilte die Nationale Anti-Doping-Behörde ASADA am Freitag mit.

EPO nachgewiesen

In der A-Probe des 37-Jährigen, der 2008 in Peking und 2012 in London Gold in der Bahn-Einerverfolgung gewonnen hatte, war demnach bei einer Trainingskontrolle in Italien der Wirkstoff EPO (Erythropoietin) nachgewiesen worden.

Gallagher ist nicht der einzige Behindertensportler, der im Vorfeld der Paralympics vom 7. bis 18. September in Rio gesperrt worden ist. So wurden unter anderem bereits der brasilianische Diskuswerfer Luciano Dos Santos Pereira und der türkische Gewichtheber Izzettin Kanat bereits wegen Dopings ausgeschlossen.

(RP/dpa)

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2 Kommentare

  • Daniel Horneber

    warum denken Leser_innen so positiv über behinderte Sportlrt_innen

    3. September 2016 at 01:40
  • Dani

    @Daniel Horneber: Ich denke schon, dass paralympische Sportler nicht in dem Ausmaß dopen wie andere. Viele gehen bewusster mit ihrem Körper um, hatten oder haben ohnehin schon mit Medikamenteneinnahmen und/oder anderen körperlichen Einschränkungen zu tun, so dass man etwas sorgsamer mit seinem Körper umgeht, den man ja noch einige Jahrzehnte braucht…
    So würde ich das zumindest sehen und hoffe, nicht allein dazustehen.

    4. September 2016 at 10:38

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