Behindertensportverband fordert von IAAF-Präsident Coe Klarheit

Der Brief ist raus: Paralympics-Sieger Markus Rehm will zu den Olympischen Spielen 2016.

Will es jetzt wissen: Paralympics-Sieger Markus Rehm (Foto: Rainer Jensen/dpa)

Will es jetzt wissen: Paralympics-Sieger Markus Rehm (Foto: Rainer Jensen/dpa)

Im Kampf um einen Start von Paralympics-Sieger Markus Rehm bei den Olympischen Spielen 2016 hat sich der Deutsche Behindertensportverband (DBS) mit einem Brief an Leichtathletik-Weltverbandspräsident Sebastian Coe gewandt (ROLLINGPLANET berichtete: Kein (Wahn)witz: Paralympicssieger Rehm geht unter die Briefschreiber).

Der Verband reagiert mit dem Schreiben auf die Regelung, nach der Leichtathleten mit Prothesen nachweisen müssen, dass ihnen die mechanische Hilfe keinen Vorteil verschafft. Sonst dürfen sie nicht an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilnehmen.

„Dass die Athleten nun selbst den Beweis antreten müssen und nicht der internationale Sportverband, ist für uns schwer hinnehmbar und hat einen diskriminierenden Charakter“ heißt es in dem Brief. Friedhelm Julius Beucher, Präsident des DBS, und Dr. Karl Quade, Vizepräsident Leistungssport, erklärten außerdem in einer Stellungnahme:

„Es wäre sehr misslich, wenn Athleten der Traum von Olympia dadurch genommen würde, dass ein mögliches Gutachten nicht rechtzeitig fertig geworden wäre oder nicht den Kriterien der IAAF entspricht. Dem wollen wir durch frühzeitige Kontaktaufnahme vorbeugen.“

Rehm will Gutachten akzeptieren

Der DBS und der Weitsprung-Weltrekordler erwarten nun genaue Informationen zur Regeländerung. „Wir wollen vermeiden, dass wir ein Gutachten in Auftrag geben, welches dann eventuell nicht vom IAAF anerkannt wird. Schließlich ist die Erstellung eines solchen Gutachtens mit hohen Kosten verbunden“, sagte Rehm, zeigt sich aber vorsichtshalber schon mal versöhnlich:

„Ich bin ein stolzer paralympischer Athlet und werde immer Mitglied der paralympischen Familie bleiben. Dennoch möchte ich auch die Möglichkeit haben, bei den Olympischen Spielen zu starten – sofern die sportliche Qualifikation erreicht und wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Athleten mit meiner Behinderung beim Weitsprung keinen Vorteil gegenüber Athleten ohne Prothese haben. Falls doch, akzeptiere ich das Ergebnis des Gutachtens.“

(RP/mit Materialien von dpa)

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