""

Behörden müssen digital barrierefrei werden

Ab 22. Dezember gilt für alle öffentlichen Stellen in der EU die neue Richtlinie für die Barrierefreiheit von Webseiten und Mobile Apps.

EU-Flagge (Foto: Baumeister Ing. Engelbert Hosner, EUR ING., www.bauwissen.at/pixelio.de)

EU-Flagge (Foto: Baumeister Ing. Engelbert Hosner, EUR ING., www.bauwissen.at/pixelio.de)

Mit der am Donnerstag in Kraft tretenden „Web Accessibility Richtlinie“ setzt die EU erstmals einheitliche Standards zur Barrierefreiheit in allen EU-Mitgliedstaaten um. Die Richtlinie umfasst Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen. Damit sollen Internetseiten insbesondere für Menschen mit Behinderung besser zugänglich werden. Grundlage ist Artikel 9 der UN-Behindertenrechtskonvention über den barrierefreien Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die Websites werden besser wahrnehmbar, indem sie lesbar, hörbar und taktil erfassbar werden, besser bedienbar, indem alle Eingabegeräte wie Tastatur, Maus und Touchscreen unterstützt werden und auch verständlicher und robuster, damit Technologien wie Screenreader problemlos damit umgehen können. So ist unter anderem festgelegt, dass für Bilder Textbausteine verfügbar sein müssen oder dass das Durchblättern von Websites ohne die Nutzung der Maus möglich sein muss, denn deren Nutzung ist für manche Menschen mit Behinderungen mit Schwierigkeiten verbunden. Die EU erlaubt wenige Ausnahmen, beispielsweise bei Echtzeitübertragungen.

Die Richtlinie ist auf „neue“ Inhalte – also jene, die nach Inkrafttreten der Richtlinie veröffentlicht wurden – binnen 21 Monaten, auf „alte“ Inhalte binnen 45 Monaten und auf mobile Apps binnen 54 Monaten nach Inkrafttreten anzuwenden.

Etwa 80 Millionen Menschen in der EU sind von einer Behinderung betroffen. Mit der zunehmenden Alterung der EU-Bevölkerung wird diese Zahl bis zum Jahr 2020 voraussichtlich auf 120 Millionen Menschen ansteigen.

(RP)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

  • Andreas Lindlar

    Das klappt in Deutschland doch nie, unsere Behörden sind Meister im Ausflüchte erfinden.

    22. Dezember 2016 at 08:00

KOMMENTAR SCHREIBEN