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Bemerkenswertes 10-Prozent-Prinzip: Mit 25.000 Euro dotierter Paul-Lechler-Preis vergeben

Auszeichnung für die Gemeinde Schwarzach und die Volkshochschule Schramberg.

Massagekurse für Menschen mit und ohne Behinderung sind eines der vielen Volkshochschul-Angebote, die in Schramberg gemacht werden. Dabei lernen die Teilnehmer mit entsprechender Unterstützung, auch selbst zu massieren. (Foto: stiftung st. franziskus heiligenbronn)

Massagekurse für Menschen mit und ohne Behinderung sind eines der vielen Volkshochschul-Angebote, die in Schramberg gemacht werden. Dabei lernen die Teilnehmer mit entsprechender Unterstützung, auch selbst zu massieren. (Foto: stiftung st. franziskus heiligenbronn)

Die Gemeinde Schwarzach wurde gemeinsam mit der Volkshochschule (VHS) Schramberg mit dem Paul-Lechler-Preis ausgezeichnet. Bei einer Feierstunde im Neuen Schloss in Stuttgart gratulierte Sozialministerin Katrin Altpeter Bürgermeister Theo Haaf und würdigte das Projekt „Theater im Birkenhof – inklusive Kunst und Kultur in Schwarzach“ als Modell mit Vorbildcharakter.

Inklusives Theater

„Mit Freude und Stolz“ erfülle die Gemeinde diese Ehrung, sagte Haaf und sieht „unsere seit Jahren geleisteten vielfältigen Anstrengungen um Inklusion.“ Wesentliche Voraussetzung „für eine inklusive Gesellschaft ist die Schaffung einer gemeinsamen Lebenswelt“, und diese fange in Schwarzach in der KiTa an, setze sich in der Schule fort, im Bereich Arbeiten und Wohnen, in Sport und Kultur.

Haaf: „Unser ,Freilichttheater im Birkenhof‘ ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, über die eher passive Stellung von Menschen mit Behinderungen hinaus in eine aktive und inklusive Mitgestaltung zu gelangen“.

Ohne Selbstzweck oder Zurschaustellung werde die Theatergruppe als Ganzes gesehen. Dieser heilsame, integrative und unterhaltsame Aspekt mache das „Theater im Birkenhof“ zu einem einzigartigen sozialen Theater, das dank des Preisgeldes weiter gefördert werden könne – „zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit und ohne Behinderung“.

Inklusive VHS-Kurse

Der zweite Preisträger, die Volkshochschule Schramberg, bietet in Kooperation mit der Lebenshilfe und dem Erwachsenen-Sozialdienst der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn seit 2010 regelmäßig Kurse für Menschen mit und ohne Behinderung an.

Die Gestaltung dieser Kurse mit moderatem Lerntempo, kleinen Lernschritten und Wiederholungen, einfacher Sprache und kleinen Gruppen kommt Lernwilligen mit und ohne Behinderung zugute. Hauptsächlich im Fachbereich „Kultur und Gestalten“ mit künstlerischen und kreativen Ansätzen werden diese inklusiven Kurse organisiert, beispielsweise Filzen, Kochen oder Basteln. Außerdem sind inzwischen Theaterspiel, Tanz und Trommeln dazugekommen.

Ein bemerkenswerter Preis

Der Paul-Lechler-Preis „zur Integration, Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter und benachteiligter Menschen“ wird jährlich vergeben. In diesem Jahr legte die 1875 gegründete, christlich orientierte Paul-Lechler-Stiftung den Fokus auf „Inklusion im musisch-kulturellen und ästhetischen Bereich“. Es gab 39 Bewerbungen.

Bemerkenswert: Zehn Prozent des Reingewinns der baden-württembergischen Lechler-Gruppe (zu der unter anderem die ElringKlinger AG in Dettingen/Erms und die Lechler GmbH in Metzingen gehören) werden seit 1875 für wohltätige Zwecke verwendet – so hatte es der damals 26-jährige Unternehmer Paul Lechler angeordnet und später auch in seinem Testament festgeschrieben.

(RP)

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