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Berliner Behindertenverband feiert Doppeljubiläum

ROLLINGPLANET schickt Glückwünsche in die Hauptstadt: Sowohl Organisation als auch Zeitung gibt es nun seit 25 Jahren.

Festakt mit (v.l.n.r): Alexander Spies (Piraten), Jasenka Villbrandt (Bündnis 90/Die Grünen), Elke Breitenbach (Die Linke), Dr. Ehrhart Körting (BSB-Präsident), Dirk Gerstle (Staatssekretär für Soziales), Prof. Barbara John (Paritätischer Wohlfahrtsverband), André Nowak (Stellv. BBV-Vorsitzender). Vordere Reihe: Dr. Ilja Seifert (ABiD) und Dominik Peter (BBV-Vorsitzender). (Foto: Florian Griep/ BBV)

Festakt mit (v.l.n.r): Alexander Spies (Piraten), Jasenka Villbrandt (Bündnis 90/Die Grünen), Elke Breitenbach (Die Linke), Dr. Ehrhart Körting (BSB-Präsident), Dirk Gerstle (Staatssekretär für Soziales), Prof. Barbara John (Paritätischer Wohlfahrtsverband), André Nowak (Stellv. BBV-Vorsitzender). Vordere Reihe: Dr. Ilja Seifert (ABiD) und Dominik Peter (BBV-Vorsitzender). (Foto: Florian Griep/ BBV)

Der Berliner Behindertenverband e.V. (BBV) hat am gestrigen Sonntag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zu dem Festakt waren zahlreiche Vertreter aus der Politik und der Berliner Behindertenbewegung in das Science Center des Medizintechnikunternehmens Ottobock zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor gekommen.

In seiner Ansprache ging der Vorsitzende des Berliner Behindertenverbandes Dominik Peter nicht nur auf die Erfolge des Verbandes ein. Er mahnte auch Fortschritte bei der Entwicklung zu einer inklusiven Gesellschaft an: „Inklusion bedeutet nicht nur, Behinderte in Entscheidungen einzubinden, die sie selbst betreffen.“

Der BBV werbe bei Parteien, Gewerkschaften, Institutionen, Firmen, Verbänden und Hochschulen dafür, die Inklusion bei sich selbst umzusetzen. „Bei allen sehen wir gute Ansätze – bei allen gibt es aber noch viel Luft nach oben, wenn es darum geht, interne Strukturen wirklich inklusiv auszurichten,“ erklärte Peter.

Der BBV-Vorsitzende mahnte an, „Behinderte nicht nur in den behindertenpolitischen Gremien sitzen zu haben, sondern ebenso in die wichtigen und entscheidenden Gremien aller Körperschaften zu ,inkludieren‘“.

Ärgernis Bauordnung: Unterstützung zugesagt

Kritische Worte fand Dominik Peter vor allem für die geplante Novellierung der Berliner Bauordnung: „Der erste Entwurf einer Neufassung aus der Verwaltung übertrifft unsere Befürchtungen“. Der BBV macht daher darauf aufmerksam, dass der derzeitig diskutierte Gesetzesentwurf die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention zur Barrierefreiheit außer Acht lässt.

„Eine neue Bauordnung, die die Anforderungen für Barrierefreiheit zurückdreht, würde dazu führen, dass sich die Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft in Berlin noch auf Generationen verzögert“, so Peter in seiner Rede.

Dirk Gerstle, Staatssekretär für Soziales, ging in seiner Rede ebenfalls auf die Novellierung der Bauordnung ein. Er versprach dem BBV seine Unterstützung. „Berlin ist einmal Vorreiter in Sachen Behindertenpolitik gewesen“, erinnerte Gerstle. Berlin habe bereits 1999 als erstes Bundesland ein Landesgleichberechtigungsgesetz verabschiedet. „Man muss nun aber wohl konstatieren, dass Berlin achtgeben muss, nicht abgehängt zu werden“, so der Staatssekretär.

„Ein Geschenk für Berlin“

Fred Kutzner, BBV-Mitglied und Helfer beim BBZ-Versand, hält die Jubiläumsausgabe der „Berliner Behindertenzeitung“ hoch (Foto Siegurd Seifert)

Fred Kutzner, BBV-Mitglied und Helfer beim BBZ-Versand, hält die Jubiläumsausgabe der „Berliner Behindertenzeitung“ hoch (Foto Siegurd Seifert)

Nicht nur der Berliner Behindertenverband e.V. (BBV) feierte auf der Veranstaltung sein Jubiläum: Auch das wichtigste Projekt des BBV – die Berliner Behindertenzeitung (BBZ) – freute sich über sein 25-jähriges Bestehen.

Professorin Barbara John, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands – Landesverband Berlin, lonte in ihrer Ansprache: „Die Berliner Behindertenzeitung ist ein echtes Geschenk des Berliner Behindertenverbands an die Stadt Berlin und ihre Bürger“.

Birgit Monteiro (SPD), noch behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, fasste in einem Grußwort die Bedeutung der BBZ zusammen: „Die Berliner Behindertenzeitung ist das wichtigste Berliner Sprachrohr für Menschen mit Behinderung und ein wichtiger Baustein in der Arbeit aller Berliner Akteure, die sich für die Rechte der Menschen mit Behinderung einsetzen“.

Berliner Behindertenzeitung

Die erste Ausgabe erschien 1990. Damals noch unter dem Namen „Berlin Konkret“. Sie erscheint 10 x im Jahr mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren (Jahres-Abonnement ab 15 Euro).

Internet: www.berliner-behindertenzeitung.de

(PM)

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1 Kommentar

  • judi bola

    Der Berliner Behindertenverband e.V. (BBV) hat am gestrigen Sonntag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert.
    hoffentlich weiter fortgeschritten und wieder besser

    27. Januar 2015 at 14:41

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