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Berliner Betriebe beschäftigen kaum Schwerbehinderte

Die Kleinen machen es vorbildlich, die Großen zahlen lieber die Ausgleichsabgabe.

Berliner Innenstadt von der Siegessäule aus gesehen: links der Reichstag, in der Mitte der Fernsehturm, rechts das Rote Rathaus und darunter das Brandenburger Tor.

Zahlreiche Berliner Betriebe haben 2011 auf die Beschäftigung schwer behinderter Menschen verzichtet und stattdessen die sogenannte Ausgleichsabgabe gezahlt. Die entsprechenden Einnahmen seien im vergangenen Jahr gestiegen, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, Franz Allert, gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts 2011.

Demnach stiegen die Erlöse aus der Abgabe auf 22,5 Millionen Euro – das sind acht Prozent mehr als 2010 (20,8 Millionen Euro). 2009 waren es 19,9 Millionen Euro.

Die Ausgleichsabgabe müssen Firmen mit über 20 Beschäftigten zahlen, wenn sie die gesetzliche Beschäftigungsquote von fünf Prozent für Schwerbehinderte nicht erfüllen. Die genaue Höhe der Abgabe hängt von der Größe des Betriebes ab, siehe dazu die ROLLINGPLANET-Nachricht
Gut so: Ausgleichsabgabe steigt 2012. Bundesweit beschäftigten 2010 laut Sozialverband Deutschland (SoVD) mehr als 37.000 Unternehmen trotz Gesetzespflicht keinen einzigen schwerbehinderten Menschen.

11.000 Arbeitslose in Berlin gemeldet

Kleinere Betriebe seien bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten vorbildlich, betonte Allert. Dagegen seien größere Unternehmen häufiger bereit, die Ausgleichsabgabe zu zahlen. Die Mittel werden nach Angaben des Präsidenten wiederum dazu verwendet, Arbeitsplätze für behinderte Menschen neu zu schaffen und abzusichern. Auf diese Weise seien im vergangenen Jahr 202 neue Stellen geschaffen worden.

Während die Arbeitslosigkeit in Berlin in den vergangenen Jahren gesunken sei, sei sie bei schwerbehinderten Menschen konstant geblieben, berichtete Allert. Eine gesonderte Arbeitslosenquote existiere allerdings nicht. Derzeit sind den Angaben zufolge rund 11.000 Behinderte arbeitslos gemeldet. In Berlin leben insgesamt etwa 580.000 Menschen mit Handicaps, darunter 400.000, die als schwerbehindert eingestuft sind.

Text: dapd/Foto: Wikipedia/Thomas Wolf. Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert.

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