Berliner Inklusionspreis 2015 verliehen

Familiencafé, Spirituosenhersteller, Kindergarten, Zahntechnik – vier Unternehmen zeigen vorbildlich, wie man Schwerbehinderte beschäftigt.

Das Team des Amitola Familiencafés, das den Inklusionspreis 2015 erhalten hat. „Amitola“ bedeutet in der nordindianischen Navajo-Sprache „Regenbogen“. (Foto: Amitola)

Das Team des Amitola Familiencafés, das den Inklusionspreis 2015 erhalten hat. „Amitola“ bedeutet in der nordindianischen Navajo-Sprache „Regenbogen“. (Foto: Amitola)

Der Berliner Inklusionspreis ist von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) an vier Berliner Firmen verliehen worden. „Seit 2003 vergeben wir diese begehrte Auszeichnung an Unternehmen, die in der Inklusion von schwerbehinderten Menschen mit gutem Beispiel voran gehen. Der Preis ist ein deutlicher Beleg dafür, dass es in Berlin bereits viele Unternehmen gibt, die ein starkes soziales Bewusstsein entwickelt haben und Menschen mit Schwerbehinderung inklusive Beschäftigung ermöglichen“, sagte Sozialsenator Mario Czaja, der gemeinsam mit dem Präsidenten des LAGeSo, Franz Allert, die Auszeichnung an die Preisträger übergab.

Dies sind die Gewinner des Berliner Inklusionspreises 2015:

Amitola Familiencafé

In der Kategorie „Kleinunternehmen“ wurde das Amitola Familiencafé ausgezeichnet. Das im Jahre 2007 gegründete Unternehmen, das neue und gebrauchte Kindersachen verkauft und dies mit einem Cafébetrieb verbindet, ist aufgrund der Betriebsgröße nicht verpflichtet, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Dennoch stellte die Inhaberin Ines Pavlou von Anfang an bewusst Menschen mit Handicap ein. Heute kümmern sich sechs Mitarbeiter mit Schwerbehinderung und sechs Kollegen ohne Handicap um die Kunden.

SCHILKIN GmbH & Co. KG Berlin

In der Kategorie „Mittelständische Unternehmen“ ging der Preis an die SCHILKIN GmbH & Co. KG Berlin. Der traditionsreiche Berliner Spirituosenhersteller SCHILKIN pflegt seit den 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts auch eine starke soziale Tradition und bietet Menschen mit Handicap berufliche Chancen. Acht der 32 Beschäftigten haben eine Schwerbehinderung – das entspricht einer beachtlichen Quote von 25 Prozent. Sozialsenator Czaja würdigte bei der Preisverleihung die vorurteilsfreie Unternehmensführung der Firma, die außergewöhnliche Kollegialität der Mitarbeiter ohne Behinderung sowie den Willen der schwerbehinderten Beschäftigten, am Erfolg ihres Unternehmens mitzuwirken.

NordOst

In der Kategorie „Großunternehmen“ ging der Inklusionspreis an den Träger Kindergärten NordOst, der in den Berliner Bezirken Pankow, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf 76 Einrichtungen betreibt. Darin sind 1.637 Beschäftigte ohne Behinderung und 204 Menschen mit Handicap tätig, was einer Beschäftigungsquote von 11 Prozent entspricht, die deutlich über den gesetzlichen Vorgaben liegt. Das Unternehmen zeige, dass Inklusion im Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein kann, lobte Senator Czaja die besonderen Anstrengungen der Firma, Arbeitsverhältnisse schwerbehinderter Beschäftigter zu sichern.

CK-Dental – Zahntechnik

Der Preis ist in allen drei Kategorien mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Die große Zahl an sehr guten Bewerbungen veranlasste die Jury, ein weiteres Unternehmen mit dem Berliner Sonderpreis 2015 auszuzeichnen. Der Preis in dieser Kategorie ging an das Jungunternehmen CK-Dental – Zahntechnik. Passendes Personal für das im Jahre 2012 gegründete Labor zu finden, gelang Inhaber Christoph Kazmierczak vor allem dank der kompetenten Unterstützung durch die Beraterinnen der Agentur für Arbeit. Heute beschäftigt die Firma CK-Dental erfolgreich sechs Fachkräfte ohne Behinderung und vier mit Handicap, obwohl sie aufgrund der Betriebsgröße nach dem Sozialgesetzbuch IX dazu nicht verpflichtet ist.

(RP/PM)

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1 Kommentar

  • Ines Pavlou

    Danke für den tollen Beitrag!

    12. Dezember 2015 at 12:22

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