Berliner Stasi-Knast: Extra-Führungen für blinde Menschen

Aus Anlass der „Woche des Sehens“ gibt es Löffel und Handschellen zum Anfassen und „Nachfühlen“.

Ein Museumsmitarbeiter ertastet im früheren Stasi-Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen Handschellen. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Ein Museumsmitarbeiter ertastet im früheren Stasi-Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen Handschellen. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Im früheren Stasi-Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen können auch blinde und sehbehinderte Menschen einen Eindruck vom Alltag der Häftlinge bekommen. Bei extra Führungen durch einstige Zellen und Verhörräume werden Gegenstände wie Schlüssel oder Aluminiumlöffel ertastet, teilte die Gedenkstätte mit.

Besucher sollten die DDR-Justiz und die Folgen politischer Verfolgung „nachfühlen“ können. An diesem Montag gibt es zur „Woche des Sehens“ eineinhalbstündige Führungen (11.45 und 13.45 Uhr). Frühere Häftlinge begleiten die Blinden. Sehende Interessenten könnten mit einer Simulationsbrille teilnehmen, sagte ein Sprecher.

Im zentralen Untersuchungsgefängnis des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit waren von 1951 bis 1989 mehr als 11.000 Menschen eingesperrt. Auch Oppositionelle wie Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs oder Freya Klier waren hier inhaftiert.

Genslerstraße 66, 13055 Berlin, Webseite: www.stiftung-hsh.de

(dpa)

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