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Bessere Hörgeräte dank neuem Zweiohr-Effekt

Der Deutsche Zukunftspreis geht an eine Innovation, die Schwerhörigen zu einem natürlicheren Hörverhalten verhelfen soll.

In einem Labor von Forschern der Universität Oldenburg, die gemeinsam mit Experten des Elektrokonzerns Siemens binaurale Hörgeräte für räumliches Hören entwickelt haben. (Foto: Deutscher Zukunftspreis dpa/lby)

Für ihre praktischen Ideen zur Verbesserung von Hörgeräten haben Forscher der Universität Oldenburg (Niedersachsen) und des Münchner Elektrokonzerns Siemens den Deutschen Zukunftspreis erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck ehrte die Sieger am Mittwochabend in Berlin. Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert.

Die optimierten Geräte sollen Schwerhörigen wieder zu einem räumlichen Hören verhelfen. Dafür werden sie auf beiden Kopfseiten mit Hilfe digitaler Technik ohne Kabel in einem System verknüpft. Entscheidend für die Weiterentwicklung sind Rechenverfahren (Algorithmen), die den Schall vom linken und rechten Ohr vergleichen und Störgeräusche unterdrücken. Perfekt sind aber auch diese Geräte noch nicht, die Idee wird stetig weiterentwickelt.

Der Zukunftspreis solle die Menschen sichtbar machen, die solche guten Ideen entwickelten und auch umsetzten, sagte Gauck. „Sie sind für mich Vorbilder. Mit ihrer Neugier, ihrer Leidenschaft und ihrer Beharrlichkeit“, ergänzte er.

Zweiohr- statt Einohr-Prinzip

Bis in die 90er Jahre war die Hördiagnostik nur auf ein Ohr ausgerichtet. Das Gehör funktioniert aber erst im Zusammenspiel von Gehirn und beiden Ohren. Erst dadurch wird räumliches Hören möglich – ein ganz ähnlicher Effekt wie beim räumlichen Sehen mit zwei Augen.

In Europa gilt jeder sechste Erwachsene als schwerhörig, bei Senioren ist es bereits jeder zweite. Schwerhörigkeit ist aber keine reine Alterserscheinung und kann auch angeboren sein. Die Weiterentwicklung der Hörhilfen soll es in fernerer Zukunft möglich machen, fast wieder so gut zu hören wie ein Gesunder.

Beim Wettbewerb um den Zukunftspreis ging es zum sechzehnten Mal um die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Der Preis des Bundespräsidenten gilt auch als Qualitätssiegel für die Vermarktung.

(dpa)

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