""

Bettina Wulff hat Bock auf einen neuen Job

Die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten betreut für Otto Bock Gäste bei den Paralympics.

Professor Hans Georg Näder (re.) mit seinen Paralympics-Botschaftern Bettina Wulff und Heinrich Popow. (Foto: Otto Bock HealthCare GmbH)

Wie gestern vorab auf ROLLINGPLANET PARALYMPICS 2012 gemeldet, ist Bettina Wulff bei den Paralympics London 2012 (29.08. -09.09.) im Einsatz und zwar für Otto Bock HealthCare, dem deutschen Weltmarktführer in der technischen Orthopädie.

Wulff wird mit Inhaber Prof. Hans Georg Näder in London internationale Ehrengäste aus Sport, Politik und Wirtschaft betreuen.

„Ich finde es beeindruckend, wie die Paralympics zu einem unverkrampften Umgang mit dem Thema Behinderung beitragen. Wenn ich helfen kann, arbeite ich gern daran mit“, erklärte Bettina Wulff.

“Gute Kontakte“

Das Unternehmen schreibt in seiner Pressemitteilung: „Gute Kontakte zu Ottobock bestanden bereits, als Christian Wulff noch Ministerpräsident in Niedersachsen war.“ Bei den Begriffen „Gute Kontakte“ und „Christian Wulff“ zuckt ROLLINGPLANET zusammen, will aber Prof. Hans Georg Näder die Freude nicht nehmen. Dieser jubelt: „Ich bin total begeistert! Bettina Wulff ist herzlich willkommen in unserer großen globalen Familie.“

Die ehemalige First Lady arbeitete früher als Pressereferentin. Nach dem Rücktritt ihres Mannes als Bundespräsident am 17. Februar 2012 kamen rasch neue Job-Angebote: „Meine Tür steht ihr offen“, sagte damals Dirk Rossmann, Geschäftsführer der Drogeriekette Rossmann, glaubte aber nicht an eine baldige Rückkehr der früheren Angestellten: „Sie wird erst mal Zeit brauchen, zu sich selbst zu finden.“

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

2 Kommentare

  • Helge Blankenstein

    Der mit der Wulff tanzt.
    Herr Professor Hans Georg Näder ist ein erfahrener Geschäftsmann. Hat er sich aber mit der Auswahl der Botschafterin für das Unternehmen „Otto Bock“ nicht etwas vergriffen? Bisher war davon auszugehen, dass er geschickt die betriebswirtschaftlichen Bedingungen mit dem Nutzen für Menschen mit Behinderungen verbunden hat. Hier jedoch zeigt sich, dass Unaufmerksamkeit ganz schnell deutliche Missklänge in den „Konzertgenuss“ bringen.
    War es nicht der Christian Wulff, der vor seiner Wahl zu Bundespräsidenten sich dafür ausgesprochen hat, sich ganz besonders für die Rechte und Belange von Menschen mit Behinderungen einzusetzen? Richtig diese Aussage traf er am 12. 06. 2010.
    Später, es war bei seinem Besuch in Rostock, wurden wegen ihm fast alle citynahen Behindertenparkplätze in der Hansestadt Rostock ersatzlos gestrichen. Weitere Plätze wurden, ohne Not, durch Einsatzfahrzeuge der Polizei versperrt.
    Wir haben damals umgehend beim Präsidialamt nachgefragt, warum dies geschah, und wie das Präsidialamt oder der Bundespräsident solche Vorkommnisse künftig verhindern möchte. Damals bekamen wir folgende Antwort: „Polizeieinsätze obliegen ausschließlich den Landespolizeistellen.“ Keine Info, ob der Präsident, falls er seine Aussage folgend, eventuell die Landespolizeistellen für diese Dinge sensibilisiert.
    Nun er hat die Lehren aus seiner starken Differenzen wegen Theorie und Praxis ziehen müssen.
    Aber ist es nicht recht bedenklich, wenn ein bisher als Sozialintelligentes Unternehmen sich abkehrt und nur noch den Kommerz als wichtiger sieht, als Ausgewogenheit?
    Die Verantwortlichen sollten sich zunächst Gedanken machen und dann handeln. So wie sie es auch bei technischen Entwicklungen machen.
    Helge Blankenstein

    17. Mai 2012 at 13:14
  • Stephan Gimper

    Durch Zufall bin ich auf diesen Beitrag gestossen und muss einfach mal meine Meinung los werden. Wenn ich solche Dinge lese, wie „Bettina Wulff – Pressebetreuerin bei Otto Bock“, da kann ich als Mensch mit Handicap nur mit dem Kopf schütteln. Hat Prof. Näder es jetzt schon nötig, mit „großen Namen“ in Verbindung gebracht zu werden, welche immer wieder durch Negativschlagzeilen auffallen? Denn in einem kapitalistischem Wirtschaftssystem spielen Beweise für eine Schuldfrage nur eine untergeordnete Rolle, hier zählt Propaganda und welche über die Familie des Ex-Präsidenten Christian Wulff so zu lesen und zu hören war, das dürfte auch an Herrn Prof. Näder nicht spurlos vorüber gegangen sein.

    Es ist einfach erbärmlich, dass immer wieder Firmen so genannte „Repräsentanten“ benötigen um angeblich ihr Image aufzuwerten, hierzu werden „große Namen“ zumeist aus der Politik gewählt und sozusagen mit „durchgefüttert“. Die beste Imageaufwertung ist und bleibt die Qualität eines Produktes oder einer Leistung und der dazugehörige Service. Das sollte sich Herr Prof. Näder mal zu Herzen nehmen. Ausserdem hätte die Firma Otto Bock mit Heinrich Popow oder Kelly Cartwright sehr gute Repräsentanten, vor allem wissen die, mit welchen „Problemen“ Behinderte tagtäglich zu kämpfen haben. Ich kann mir wahrlich nicht vorstellen, dass eine Bettina Wulff sich vorstellen kann wie es ist als Prothesenträger oder Rollstuhlfahrer einen nicht funktionierenden Fahrstuhl im Bahnhof zu umgehen oder eine Treppe zu steigen welche kein Geländer hat.

    Für mich ist es auch „schleierhaft“, warum die Firma Otto Bock unbedingt jemanden zur Repräsentation oder für die Pressearbeit benötigt. Otto Bock sollte in erster Linie nach sozialen Aspekten handeln und die betribswirtschaftliche Komponente an zweite Stelle setzen, denn es hinterlässt ohnehin schon einen „bitteren“ Beigeschmack, wenn ein Reha-Unternehmen mit der „Gewinnmaximierung prahlt“.

    Ich bin selbst seit mehreren Jahren in der freien Wirtschaft selbständig tätig und habe auch Angestellte, sowohl Nichtbehinderte und Behinderte. Ich denke man kann mit gegenseitiger Hilfe, Rücksichtsnahme und Zusammenarbeit mehr erreichen, als wenn man sich einen „großen Namen“ wie z.B. eben Bettina Wulff ins Boot des Unternehmens holt.

    Bleibt abschliessend nur zu hoffen, dass diese Entscheidung des Herrn Prof. Näder nicht am Ende als „Schuss nach hinten“ endet.

    S. Gimper

    17. September 2012 at 23:44

KOMMENTAR SCHREIBEN