Bewaffneter Überfall in Rio auf australische Paralympics-Segler

Ist das ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Sportler und Besucher in diesem September erwartet?

Rio de Janeiro, Blick vom Zuckerhut auf Botafogo (Foto: Astrid Götze-Happe/pixelio.de)

Rio de Janeiro, Blick vom Zuckerhut auf Botafogo (Foto: Astrid Götze-Happe/pixelio.de)

Zwei Mitglieder des australischen Segler-Teams für die Paralympics sind in Rio de Janeiro Opfer eines bewaffneten Überfalls geworden. Die Sportlerin Liesl Tesch (die früher auch für die Rollstuhlbasketball-Natio ihres Landes spielte) und die Offizielle Sarah Ross wurden beim Radtraining am Sonntag in der Nähe ihres Hotels von zwei Männern beraubt, von denen einer mit einer Pistole bewaffnet war. Tesch und Ross blieben unverletzt und konnten am Wettkampf im paralympischen Segelrevier weiter teilnehmen, teilte das Australische Paralympics Komitee (APC) am Montag mit. Lediglich die Fahrräder wurden ihnen genommen.

Das Team sei natürlich erschüttert über den Vorfall, sagte Kate McLoughlin, Chef de Mission der australischen Paralympics-Mannschaft. Die australische Botschaft sei eingeschaltet worden und Mitarbeiter seien ins Teamhotel gekommen, um alle notwendige Unterstützung zu geben.

Die australische Polizei habe geraten, jederzeit erhöhte Aufmerksamkeit walten zu lassen. „Wir wissen, dass es einen gewaltigen Sicherheitsaufwand während der Paralympics geben wird, aber für alle Sportler und Mannschaften, die vor den Spielen dorthin reisen, besteht die Notwendigkeit für ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein“, mahnte McLoughlin. Die XV. Paralympischen Sommerspiele finden vom 7. bis 18. September 2016 in Rio statt.

„Grundsätzlich ist Vorsicht angebracht“

„Die Gefahr, Opfer eines Raubüberfalls oder eines anderen Gewaltverbrechens zu werden, ist in Brasilien erheblich höher als in Westeuropa“, warnt das Auswärtige Amt Deutschland. „Besonders Großstädte wie Belém, Porto Alegre, Recife, Salvador, Fortaleza, São Luiz, Maceio, Rio de Janeiro und São Paulo weisen hohe Kriminalitätsraten auf. Grundsätzlich ist Vorsicht angebracht, auch in als sicher geltenden Landes- oder Stadtteilen.

Es wird empfohlen, beim Straßenbummel auf auffällige Kleidung, Uhren und (Mode-) Schmuck zu verzichten und Geld und Wertsachen (Kameras, Uhren, Smartphones etc.) nur im erforderlichen Umfang mitzunehmen und verdeckt zu tragen. Bei Überfällen sollte kein Widerstand geleistet werden. Die oft unter Drogeneinfluss stehenden Täter sind in aller Regel bewaffnet und schrecken vor Gewaltanwendung auch aus nichtigem Anlass nicht zurück. Es ist ratsam, stets einen geringeren Geldbetrag zur widerstandslosen Herausgabe mitzuführen.“

(RP/mit Materialien von dpa)

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2 Kommentare

  • Johann Kreiter

    Ist das auch Inklusion?

    21. Juni 2016 at 09:55
  • Michael Stumpf

    100%

    21. Juni 2016 at 14:12

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