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Bitte einmal auf die Couch legen: Wenn sich Schmerz doch auf Herz reimt

Weil ein Psychotherapeut einer jungen Patientin Liebesbriefe schrieb, gab es für ihn keine Küsse, sondern eine Geldbuße.

Titelillustration zu dem Buch "Lolita" von Vladimir Nabokov in einer englischsprachigen Ausgabe (Fotto: Nakido)

Titelillustration zu dem Buch „Lolita“ von Vladimir Nabokov in einer englischsprachigen Ausgabe (Foto: Nakido)

Weil er seiner jugendlichen Patientin nach der Behandlung mehrfach seine Zuneigung gestanden hat, muss ein Arzt aus Südhessen eine Geldbuße zahlen. Das Berufsgericht für Heilberufe sah darin einen „unangemessenen Kontakt“ zu der 15-Jährigen und erteilte dem Mediziner einen Verweis. Er muss nun 500 Euro zahlen, wie das Verwaltungsgericht Gießen am Donnerstag mitteilte, zu dem das Berufsgericht gehört.

Der Mann hatte das Mädchen demnach als Kinderarzt und später als Psychotherapeut behandelt. Wenige Wochen nach der letzten Sitzung habe er der Jugendlichen Briefe geschrieben, in denen er ihr seine tiefe Zuneigung gestanden habe. Der Arzt ließ sich davon – und von Telefonaten – auch nicht abhalten, als das Mädchen um Distanz bat.

Die Richter sahen darin einen Verstoß gegen die ärztlichen Berufspflichten. Er habe seine Vertrauensstellung ausgenutzt. Das Urteil vom 5. März ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 21 K 1501/11GI.B). ROLLINGPLANET, ansonsten ein Verfechter von Sodom und Gomorra, findet: Da ist der Arzt noch gut weggekommen – von einem Therepeuten erwarten wir professionelle Heilung und keine Bedrängnis.

(dpa)

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