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Drama um Schalkes Fan-Boss: Blind – diese Woche OP

Links: Rolf Rojek (Foto: http://www.schalker-fanprojekt.de)

Wegen seiner Zuckererkrankung kann Rolf Rojek (57) nicht mehr sehen. Aber sein Club ist ihm wichtiger als seine Gesundheit.

Dramatischer Abschied von Rolf Rojek als Vorsitzender des Schalker Fan-Club-Verbandes (SFCV). Er legt sein Amt zum 1. Januar 2012 in jüngere Hände. Frank Arndt wird Erster Vorsitzender, Rojek sein Stellvertreter. Aber viel wichtiger noch: Rojek riskiert für seinen Fußballverein die Gesundheit. „Bild“ zitiert Rojek:

Ich bin am 6. November aufgewacht, konnte nichts mehr sehen, war plötzlich blind. Trotzdem bin ich am gleichen Tag noch zu unserem Ligaspiel nach Hannover gefahren und habe das Team in der Fan-Kurve unterstützt.“

Mit einer Augen-OP könnte Rojek eigentlich schon wieder sehen – doch einen vorgesehenen Termin sagte er ab:

Ich sollte am 14. Dezember operiert werden. Doch da spielte Schalke in der Europa League in Israel. Da musste ich einfach dabei sein. Ich habe doch seit 1996 kein internationales Spiel verpasst…“

Die OP soll nun am kommenden Donnerstag stattfinden. Danach hofft Rojek zumindest wieder auf 50 Prozent Sehkraft. ROLLINGPLANET drückt den Daumen! (Allen voran natürlich [Der hier ursprünglich genannte Link ist leider nicht mehr verfügbar.] Schalkes Edelfan Jens, unser Cartoonist.)

Emotionaler Abschied

Seit knapp 15 Jahren leidet Rojek an der Zuckerkrankheit. Ein kleiner Zeh musste ihm deshalb schon amputiert werden. („Und das ausgerechnet in einer Klinik der verbotenen Stadt Dortmund. Höchststrafe für mich!“)

Auf der Homepage des Schalker Fanclub-Verbandes spricht der 57-Jährige – der 2010 als Schalkes Fanbeauftragter zurückgetreten war, nachdem Felix Magath an seinem Stuhl gesägt hatte – offen wie noch nie über seine Zeit mit Magath und seine gesundheitlichen Probleme.

Magath, der sei „ein Mensch, der keine Freunde kennt, wenn es um seinen Erfolg geht. Und dieser Mann hatte mich zu seinem Feind erklärt. Eigentlich eine Ehre für mich, dass sich so ein einflussreicher Mann jeden Tag mit mir beschäftigte. Ich kann aber sagen, dass es durchaus schönere und angenehmere Momente im Leben gibt, als mit Herrn Magath im Krieg zu leben.“ Doch er habe sich „der Auseinandersetzung gestellt, natürlich auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, gnadenlos untergehen zu können.“

Zahlreiche Unterstützung

Dass Rojek kämpfte und bleiben durfte, ist für den 57-Jährigen vor allem auf die zahlreiche Unterstützung von Freunden zurückzuführen, „von denen es ich vorher nicht vermutet hätte.“ Mittlerweile freut sich der Schalker Ober-Fan, dass die Magath-Ära Geschichte ist und sein Verband „wieder ein echter und ernst zu nehmender Partner des FC Schalke 04 ist.“ Nach 30 Jahren Vorstandsarbeit macht Rolf Rojek aber auch keinen Hehl daraus, dass er körperlich an seinen Grenzen angelangt ist.

„Ich verneige mich vor diesen Menschen“

„Im letzten Drittel des Jahres gab es für mich erhebliche gesundheitliche Probleme. Sieben Wochen war ich fast blind, drei Wochen lang bin ich es noch. Ich habe das Leben kennen gelernt, in welchem sehr viel Lebensqualität verloren gegangen ist. Nicht mehr lesen können, nicht mehr schreiben können, Menschen, Blumen und Schalke nicht mehr erkennen zu können. Ich weiß, dass es bei mir wieder besser wird. Ich weiß aber auch, dass es sehr viele Menschen auf Schalke gibt, die nie wieder sehen werden können, die nie wieder laufen oder sprechen werden können. Und sie waren stets lustig und voller Lebensfreude, wenn ich sie getroffen habe. Ich verneige mich vor diesen Menschen, denn ich weiß jetzt, auf was sie verzichten müssen.“

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2 Kommentare

  • Jens

    Rolf, mein Freund….du schaffst datt!!!!

    Ein dickes, fettes & königsblaues „Glückauf“!

    2. Januar 2012 at 13:42
  • Zecko

    Ich bin zwar kein Königsblauer, aber drücke Rolf Rojeck auch fest den Daumen!

    3. Januar 2012 at 12:42

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