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Blinde Anwältin Pamela Pabst liefert das Vorbild zu einer neuen ARD-Serie

Lisa Martinek spielt die Hauptrolle – inspiriert von einer Strafverteidigerin, die hören kann, wenn jemand lügt.

Pamela Pabst lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist die erste von Geburt an blinde Rechtsanwältin für Strafrecht in der Bundesrepublik. Blinde Richter und Staatsanwälte sind weitaus häufiger. Allerdings darf laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes ein blinder Mensch nicht Strafrichter sein. (Foto: Gesellschaftsbilder.de, Jörg Farys | Die Projektoren)

Pamela Pabst lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist die erste von Geburt an blinde Rechtsanwältin für Strafrecht in der Bundesrepublik. Blinde Richter und Staatsanwälte sind weitaus häufiger. Allerdings darf laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes ein blinder Mensch nicht Strafrichter sein. (Foto: Gesellschaftsbilder.de, Jörg Farys | Die Projektoren)

Lisa Martinek (hier im April in Berlin bei der Verleihung des 67. Deutschen Filmpreises „Lola“) ist die Hauptdarstellerin der neuen ARD-Serie. Privat engagiert sich die Schauspielerin als Botschafterin die „Stiftung Atemweg“, die über Lungenerkrankungen aufklärt. (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Lisa Martinek (hier im April in Berlin bei der Verleihung des 67. Deutschen Filmpreises „Lola“) ist die Hauptdarstellerin der neuen ARD-Serie. Privat engagiert sich die Schauspielerin als Botschafterin die „Stiftung Atemweg“, die über Lungenerkrankungen aufklärt. (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Sie ist blind, erkennt aber Dinge, die andere nicht sehen: Lisa Martinek (45) spielt in der neuen sechsteiligen ARD-Serie „Heiland: Wir sind Anwalt“ (Arbeitstitel) die Hauptrolle der ehrgeizigen Anwältin Romy Heiland, die von Geburt an blind ist, wie die Programmdirektion in München heute mitteilte.

Romy eröffnet in Berlin eine Anwaltskanzlei und engagiert dafür die rotzfreche Assistentin Ada Holländer – sie wird für Romy nach anfänglichen Problemen immer wichtiger. Darum geht es laut der Pressemitteilung des Senders:

Romy Heiland (Lisa Martinek), eine ambitionierte Rechtsanwältin, ist von Geburt an blind – nun ja, fast: Romy hat ein Prozent Sehrest, an dem sie sehr hängt. Sie eröffnet ihre erste eigene Anwaltskanzlei in Berlin und engagiert Ada Holländer (Anna Fischer), die ihr vom Arbeitsamt vermittelt wird. Bisher war die eigensinnige Ada ein hoffnungsloser Fall, das Angebot von Romy ist ihre letzte Chance auf einen Job. Romys Eltern Karin (Peggy Lukac) und Paul Heiland (Rüdiger Kuhlbrodt), die gewohnt sind, sich zu kümmern, kommen mit der neuen Selbstständigkeit ihrer Tochter nicht klar. Glaubt Romy wirklich, dass diese neue, rotzfreche Assistentin die richtige Wahl ist? Und warum nur hat ihre Tochter sich von ihrem Lebensgefährten Ben Ritter (Peter Fieseler) getrennt? Obwohl Ada alles andere als qualifiziert ist für diesen Job, erweist sie sich schnell als große Stütze und Bereicherung. Sie beschreibt Mandanten und Fotos, sie liest Akten vor und hilft Romy, sich zurechtzufinden. Romys Blindheit zwingt die Anwältin dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sie hat ein phänomenales Gedächtnis und hört das Zittern der Stimme, wenn jemand lügt. Nicht selten profitiert sie davon, dass Gegner und Klienten sie unterschätzen. Es ist ihr egal, ob ihre Mandanten Universitätsprofessoren aus Charlottenburg oder Kleinkriminelle aus Neukölln sind. Ada tickt da anders: Aus dem Bauch heraus ergreift sie Partei – leider nicht immer für Romys Mandanten.

Die neue Serie sei durch ein reales Vorbild inspiriert: die Berliner Anwältin Pamela Pabst, Deutschlands erste blinde Strafverteidigerin, hieß es von der ARD. Porträts über die eindrucksvolle Juristin finden sich unter anderem hier auf ROLLINGPLANET (Pamela Pabst: „Ich höre, wer lügt“) oder – mit Video – auf der Sozialhelden-Seite Andersmacher.

Die Dreharbeiten laufen noch bis zum 20. Dezember. Ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

(RP/PM/dpa)

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1 Kommentar

  • Lydiaswelt

    Auf den Film bin gespannt und werde ihn mir auf jeden Fall ansehen.

    27. November 2017 at 08:42

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