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Blinde Anwältin schreibt Buch: „Ich sehe das, was ihr nicht seht“

Pamela Pabst verteidigt Dealer, Räuber und Vergewaltiger.

Die Rechtsanwältin Pamela Pabst, aufgenommen am 24.07.2013 in Berlin. (Foto: Rainer Jensen/dpa)

Die Rechtsanwältin Pamela Pabst, aufgenommen am 24.07.2013 in Berlin. (Foto: Rainer Jensen/dpa)

Über Pamela Papst hat ROLLINGPLANET bereits vor einiger Zeit ein Porträt veröffentlicht. Nun hat die erste von Geburt an blinde Strafverteidigerin Deutschlands ein Buch geschrieben. Die Berlinerin berichtet unter dem Titel „Ich sehe das, was ihr nicht seht“ über den Weg zur Juristin und ihren Platz in der Welt der Sehenden. Die 35-Jährige bekennt, ihr Wahlspruch stamme vom früheren US-Präsidenten Bill Clinton: „Nichts wird uns aufhalten. Alles ist möglich.“

Ihr Jurastudium mit beiden Staatsexamen schaffte Pabst mit sprechendem Computer und extra Vorlesern. 2007 ließ sie sich als Anwältin nieder. Ihren großen Traum, Strafrichterin zu werden, musste sie aufgeben. Das ist laut Bundesgerichtshof Sehenden vorbehalten. Nun verteidigt die resolute Juristin Dealer, Räuber oder Vergewaltiger.

Blindheit ist keine Höchststrafe

Die Anwältin scheint nicht mit ihrem Schicksal zu hardern. Sie setzt sich vielmehr mit Vorurteilen auseinander. Viele Menschen stellten sich Blindheit wie eine Höchststrafe vor. „Das ist sie aber nicht. Sie ist einfach eine andere Art zu leben.“

Meistens finde sie ihr Leben schön, schreibt die Anwältin, die bei dem Buchprojekt von Autorin Shirley Michaela Seul unterstützt wurde. Laut dem inzwischen behindertenerprobten Verlag Hanser Berlin („Ziemlich beste Freunde“), der das Buch herausbringt, ermutigt Pabst Sehende wie Nichtsehende, konsequent ihren eigenen Weg zu gehen.

Bei dieser Gelegenheit erinnert ROLLINGPLANET nochmals an den blinden Juristen Dr. Hans-Eugen Schulze. Der Bundesrichter a.D. starb im September mit 91 Jahren. Sein jahrzehntelanger Einsatz für Menschen mit Behinderung war legendär.

(RP/dpa)

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